Laufenburg/Schweiz

Schaufenster in der Altstadt sollen schön(er) werden

Thomas Wehrli

Von Thomas Wehrli

Di, 21. Mai 2019 um 13:00 Uhr

Laufenburg

In Laufenburg/Schweiz stehen viele Schaufenster leer. Nun wollen das 18 Gemeinden in einem Wettbewerb des Juraparks Aargau ändern.

Der Jurapark Aargau schreibt erstmals in seiner nun achtjährigen Geschichte einen Gemeindeaward aus. Der wird am Samstag, 7. September, in Laufenburg bei der Kulturnacht und dem gleichzeitig stattfindenden Juraparkfest verliehen. Die Idee ist, dass die teilnehmenden Gemeinden in den vier Wochen vor dem Award je ein leerstehendes Schaufenster in der Altstadt von Laufenburg/Schweiz bespielen.

Eine Jury aus je einem Vertreter der teilnehmenden Gemeinden wird dann am Parkfesttag das schönste Schaufenster küren und mit dem Award belohnen. Als Preis lockt eine Sulzerbank, "eine robuste, wetterfeste Sitzbank, geeignet zum Verweilen bei jeder Witterung", heißt es in der Ausschreibung. "Natürlich dürfen die Jurymitglieder nicht für das Fenster ihrer Gemeinde stimmen", sagt Markus Schmid, stellvertretender Geschäftsleiter des Juraparks Aargau, mit einem Lachen zum Entscheidungsprozedere.

Das Interesse am Award ist groß. 18 der 28 Juraparkgemeinden haben sich angemeldet, wie Schmid der Aargauer Zeitung sagte. Mit einem derart großen Zuspruch hatten die Verantwortlichen nicht gerechnet. "Da wir den Award zum ersten Mal verleihen, hatten wir keine Erfahrungswerte", so Schmid. Es war ein Minimum von fünf Gemeinden festgesetzt worden. "So viele braucht es, um die freien Schaufenster rund um den Laufenplatz zu bespielen", erklärt Schmid. Zudem steht die Zahl fünf für die Teilregionen, aus denen der Jurapark besteht, und für den Jurapark-Fünfliber, den die Gemeinden pro Einwohner zahlen. Zwölf Teilnehmer waren erhofft worden. "Dass es nun 18 geworden sind, freut uns natürlich extrem und zeigt uns auch, dass wir mit dem Gemeindeaward einen Nerv getroffen haben", so Geschäftsleiter Schmid. Der Nerv lautet dabei: Sich und das Dorf präsentieren.

Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten

"Das Ziel des Awards ist es auch, den Gemeinden eine Plattform zu bieten, ein Schaufenster, das die Sichtbarkeit über das eigene Dorf hinaus ermöglicht", sagt Schmid. Gleichzeitig wolle man mit der Aktion beitragen, die freien Schaufenster in Laufenburg zu beleben. Genau dieses Ziel verfolgt auch die Stadt mit ihrer 2016 initiierten Aktion "freie Fenster". Eine Win-win-Situation also. Möglich wird sie nur dank des Engagements der Liegenschaftsbesitzer, die die Schaufenster kostenlos zur Verfügung stellen.

Was die Gemeinden zwischen Mitte August und Mitte September ausstellen, ist ganz ihnen überlassen respektive der Fantasie und Kreativität. Wer die Schaufenster bespielt, ob die Gemeinde selber, die Kulturkommission oder ein Verein, überlassen die Juraparkverantwortlichen ebenfalls den Kommunen. Auch das Engagieren einer Agentur oder eines Künstlers ist laut Ausschreibung erlaubt. Auch Vereinen woll mit der Aktion eine Plattform geboten werden. Zudem sollen sich Vereine und Kulturschaffende über das eigene Dorf hinaus vernetzen können. Möglich sind etwa auch ein Schulprojekt wie die Präsentation von historischen Zeugen, politischen Brennpunkten, Brauchtum, typischen Produkten, Sehenswürdigkeiten oder Kunstwerken.

Die Idee zum Gemeindeaward ist über das Zusammendenken verschiedener Ansätze entstanden. Der eine ist der Innovationspreis, der andernorts verliehen wird. Ein zweiter Peter Bircher, "Mister Dreiklang" und einer der Gründungsväter des Juraparks. "Er stellte die Idee, Gemeinden in Schaufenstern eine Plattform zu bieten, früher schon einmal in den Raum", so Schmid. Ein dritter Grund ist die Schaufensterbelebungsaktion in Laufenburg. Die Fenster werden mit einem feierlichen Akt am Samstag, 17. August, geöffnet.

Ob es bei diesem einen Award bleibt oder ob er künftig regelmäßig verliehen wird, lassen die Verantwortlichen des Juraparks offen. "Das hängt von den Erfahrungen und den Rückmeldungen der Gemeinden ab", sagt Schmid. Vorstellen könne er sich aber durchaus, dass daraus ein regelmäßiger Event im Zweijahresrhythmus wird.