Interview

"Abschied von einer Zeit der Schwerindustrie"

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mi, 19. Dezember 2018 um 09:00 Uhr

Wirtschaft

Der Wirtschafts- und Umwelthistoriker Franz-Josef Brüggemeier erklärt die Bedeutung und Folgen des jetzt im Ruhrgebiet endenden Steinkohlebergbaus.

Schicht im Schacht: So sagt man im Bergbau, wenn eine Zeche schließt. Im Dezember dieses Jahres endet das Zeitalter der Kohle im Ruhrgebiet. Dort machen die letzten beiden Zechen in Bottrop und in Ibbenbüren dicht. Es ist der Abschied vor einer Zeit der Schwerindustrie, die viel Wohlstand, aber, was heute stärker gesehen wird, viel Umweltbelastung mit sich gebracht hat. Über beide Aspekte hat Wulf Rüskamp mit dem emeritierten Freiburger Professor für Wirtschafts- und Umweltgeschichte, Franz-Josef Brüggemeier, gesprochen.

BZ: Herr Brüggemeier, das Ende der Kohleförderung fällt zusammen mit dem Ausstieg aus der Kohle in der Energieerzeugung – begründet mit dem drohenden, vor allem durch die Kohleverbrennung ausgelösten Klimawandel. Ist das zu Ende gehende Kohlezeitalter ein Irrweg gewesen?

Brüggemeier: Eine interessante Frage. Doch gab es überhaupt Alternativen zur Kohle? Wenn ja, dann hätte die Industrialisierung radikal anders verlaufen müssen. Vermutlich hätten wir sie gar nicht erlebt. Denn bisher hat keine Industrialisierung stattgefunden, die ohne Kohle ausgekommen ist – oder ohne Öl und Gas, die anderen fossilen Brennstoffe. Man braucht deshalb viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie die Welt aussehen würde, wenn nicht vor 200 Jahren Kohle die Energiebasis der industriellen Entwicklung geliefert hätte. Umso wichtiger ist deshalb die Frage, wie es ohne Kohle weitergehen soll.

BZ: Aber die Kohle galt von Anfang an als schmutziger Energieträger. ...

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