Auf dem Acker wird weniger gespritzt

dpa

Von dpa

Do, 13. August 2020

Wirtschaft

Bericht der Agrarministerin.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf deutschen Äckern geht weiter zurück. Wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch mitteilte, sank die verkaufte Menge von Unkraut- und Schädlingsvernichtern 2019 auf den niedrigsten Wert der vergangenen 20 Jahre. Im Vergleich zu 2018 nahm er um 6,7 Prozent ab. Klöckner sprach von einem Erfolg, betonte aber auch: "Ohne Pflanzenschutzmittel wird es nicht funktionieren." Um Ernten zu sichern, müssten die Pflanzen vor Schädlingen und Pilzen geschützt werden.

Neben der trockenen Witterung, die die Entwicklung begünstigt habe, nannte Klöckner drei Gründe für den anhaltenden Rückgang: Die Züchtung von widerstandsfähigeren Pflanzen, den verstärkten Einsatz von biologischen und nicht-chemischen Alternativen sowie ein verändertes Bewusstsein der Landwirte.

Umweltbundesamt bleibt skeptisch

Das Umweltbundesamt schätzt die Lage weniger optimistisch ein. "Ob sich tatsächlich ein Trend zu weniger Pestiziden auf den Feldern abzeichnet, wird sich angesichts der von Jahr zu Jahr schwankenden Absatzzahlen erst noch erweisen müssen", sagte der Präsident der Behörde, Dirk Messner. "Auf jeden Fall sehen wir immer noch einen Absatz auf sehr hohem Niveau, auch im Vergleich zu vielen anderen Mitgliedstaaten der EU." Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus. "Die aktuellen Daten zum Inlandsabsatz können deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Landwirtschaft sich noch kaum in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit entwickelt hat", sagte Messner.

Auch die Umweltverbände gaben keine Entwarnung. "Die vergangenen beiden Sommer waren heiß und trocken. Daraus ergibt sich eine geringere Nachfrage nach chemischen Pflanzenschutzmitteln", sagte BUND-Chef Olaf Bandt.

Das sieht der Deutsche Bauernverband anders: Der Rückgang belege, "dass wir auf einem guten Weg sind, Pflanzenschutzmittel gezielter und effizienter einzusetzen", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied.