Neue Vorschläge

Debatte um Corona-Hilfen: Weihnachtsgeld vorziehen, Heizpilze fördern?

dpa

Von dpa

So, 18. Oktober 2020 um 20:36 Uhr

Wirtschaft

Politiker wollen dem Einzelhandel und der Gastronomie zusätzlich helfen. Zu den Vorschlägen zählen eine frühzeitige Auszahlung des Weihnachtsgeldes und Zuschüsse für Heizpilze.

Politiker wollen dem Einzelhandel und der Gastronomie zusätzlich helfen. Etliche Betriebe beider Branchen werden von der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Zu den Vorschlägen zählt eine frühzeitige Auszahlung des Weihnachtsgeldes. Mit Zuschüssen für Heizpilze soll den Gastronomen unter die Arme gegriffen werden.

Händler skeptisch

Der Handelsverband Deutschland hat zurückhaltend auf Vorschläge von Politikern reagiert, Weihnachtsgeld-Zahlungen vorzuziehen und damit den Einzelhandel zu stärken. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte: "Wir begrüßen alle Maßnahmen, die unseren Innenstadt-Einzelhändlern helfen, durch diese Corona-Krise zu kommen.

Eine vorgezogene Auszahlung des Weihnachtsgeldes hilft wahrscheinlich den Geschäften in der Innenstadt jedoch nur in sehr geringem Umfang. Leider meiden viele Kunden zurzeit den Einkaufsbummel, weil sie in Corona-Zeiten möglichst wenigen Menschen begegnen wollen."

Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf hatte der Bild gesagt: "Wir müssen den Einzelhandel jetzt unterstützen. Deshalb appelliere ich an Firmen, das Weihnachtsgeld schon mit dem Oktobergehalt auszuzahlen." Dann könnten viele Menschen ihre Weihnachtseinkäufe schon in den nächsten Wochen erledigen, und der Handel müsste sich dann "vor einem hoffentlich vermeidbaren zweiten Lockdown vor Weihnachten nicht ganz so stark fürchten." Baldauf ist Spitzenkandidat der CDU Rheinland-Pfalz für die Landtagswahl 2021.

Geld für Heizpilze

Die in einigen Städten und Gemeinden verbotenen Heizpilze für die Gastronomie sollen in der Corona-Krise nun sogar vom Bund gefördert werden. "Auch in den Herbst- und Wintermonaten ist eine funktionierende Außengastronomie ein Teil der Lösung", sagte der Mittelstandsbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), dem Handelsblatt. "Deshalb möchten wir Heizpilze nicht nur ermöglichen, sondern in den laufenden Überbrückungshilfen II wird die Anschaffung sogar finanziell unterstützt."

Die bis zum Jahresende laufenden Überbrückungshilfen für Unternehmen sollen nach den jüngsten Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden. Aus dem Ministerium hieß es dazu, Außengastronomie in den Wintermonaten könne eine Möglichkeit sein, den Betrieb trotz steigender Infektionszahlen aufrechtzuerhalten.

Innenstadt-Gipfel

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plant am kommenden Dienstag vor dem Hintergrund der Corona-Krise einen"Innenstadt-Gipfel. Der CDU-Politiker sagte : "Das ist der Auftakt für einen Prozess zur Belebung unserer Innenstädte." Die Geschäfte in den Innenstädten kämpften schon seit Jahren mit dem wachsenden Online-Handel, durch Corona habe sich das verschärft. "Für mich gehören diese Läden zu unserer gewachsenen Kultur", so Altmaier.
Verständlicher Aktionismus– ein Kommentar von Wolfgang Mulke zu den Vorschlägen für neue Corona-Hilfen.