Kohlendioxid

Deutschland verfehlt sein Klimaschutz-Ziel für 2020

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Di, 13. August 2019 um 14:39 Uhr

Wirtschaft

Die Bundesrepublik und die EU wollen bis zum Jahr 2050 weitgehend klimaneutral wirtschaften. Ob sie das schaffen, ist ungewiss.

Die Staatengemeinschaft hat sich erst mit dem Kyoto-Protokoll und 2015 mit dem Pariser Klimavertrag darauf verständigt, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Dazu soll der Ausstoß von Treibhausgasen nach und nach verringert werden. Zu diesen Gasen zählt vor allem das Kohlendioxid, aber auch Lachgas, Methan und andere Gase, die in kleinen Mengen vorkommen, aber sehr klimaschädlich sind. Die Klimawirkung dieser Gase wird in Kohlendioxid umgerechnet. Wenn von Kohlendioxid als dem Treibhausgas die Rede ist, sind die anderen Gase mitgemeint.

Deutschland hat sich in seinem Klimaschutzplan 2050 verpflichtet, bis 2020 den Kohlendioxid-Ausstoß gegenüber dem Jahr 1990 um 40 Prozent zu verringern. Bis 2030 sollen es 55 Prozent sein, 2040 mindestens 70 Prozent, 2050 will Deutschland weitgehend klimaneutral wirtschaften. Das Ziel für 2020 wird mit Sicherheit verfehlt. Bis 2018 sanken die Emissionen um rund 30 Prozent – von 1,25 Milliarden Tonnen im Jahr 1990 auf 866 Millionen Tonnen 2018. Gemäß den eigenen Zielen müssten die Emissionen bis 2020 auf 751 Millionen Tonnen sinken, bis 2030 auf 563 Millionen, bis 2040 auf 375 Millionen Tonnen, ehe 2050 weitgehend Treibhausgas-Neutralität erreicht ist.

In der EU ist vereinbart, bis 2020 den Ausstoß von Klimagasen um 20 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Das schafft die Gemeinschaft leicht, 2017 waren 22 Prozent Minderung geschafft. Deutschland hat einen Anteil von gut 20 Prozent an den EU-Emissionen. Bis 2030 will die EU 40 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen, bis 2050 sollen insgesamt 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 eingespart werden.