Gewerkschaft Ufo schränkt den Streik ein

afp

Von afp

Sa, 19. Oktober 2019

Wirtschaft

Nur noch die Töchter der Lufthansa sollen betroffen sein.

MÖRFELDEN-WALLDORF (AFP). Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat ihren am Sonntagvormittag geplanten Streik bei der Lufthansa abgesagt. Grund sei die vom Konzern angekündigte freiwillige Gehaltserhöhung um zwei Prozent, teilte Ufo am Freitag mit. Die Streiks bei den Lufthansa-Töchtern Sunexpress, Cityline, Eurowings und Germanwings sollen dagegen wie geplant stattfinden, wie der Vize-Vorsitzende Daniel Flohr sagte.

Die Lufthansa hatte am Freitag erklärt, sie werde das Gehalt der Flugbegleiter rückwirkend zum 1. Juli 2019 um 2,0 Prozent anheben. Damit habe der Konzern die Vergütungsforderung der Ufo von 1,8 Prozent "übererfüllt", erklärte die Gewerkschaft. Ihr Fazit laute: Die Beschäftigten hätten Druck gemacht "und der Arbeitgeber lenkt endlich ein".

Bei den vier Lufthansa-Töchtern bleibt das Kabinenpersonal zum Streik aufgerufen, wie Flohr sagte. Der Ausstand soll von 05.00 bis 11.00 Uhr dauern. Betroffen seien rund 340 Maschinen. Flohr sagte, er rechne mit einer hohen Beteiligung: "Ich gehe davon aus, dass die Kollegen sich nicht ins Bockshorn jagen lassen."

Hinter dem Arbeitskampf steht ein erbitterter Streit zwischen Ufo und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von Ufo für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. Aus Sicht des Unternehmens war die Gewerkschaft bei der Kündigung des Tarifvertrags nicht beschlussfähig. Hintergrund sind Konflikte bei Ufo , denen mehrere Rücktritte und Nachberufungen von Vorstandsmitgliedern folgten. Die Lufthansa will möglichst keine Flüge ausfallen lassen.