Chemieindustrie

Gewerkschaftler sorgen sich um einen Ausbildungszweig

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 20. Oktober 2019 um 08:06 Uhr

Rheinfelden

Konkret geht es um die Chemielaboranten an der Rheinfelder Gewerbeschule: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Seit zwei Jahren seien die Klassen zu klein.

Gute Ausbildung am Hochrhein muss erhalten bleiben, fordert die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE). Die Gewerkschaft und die Betriebsräte von Industriebetrieben am Hochrhein sorgen sich um den Fortbestand der Fachklasse für Chemielaboranten in der Gewerbeschule in Rheinfelden.

"In der Region gibt es zwei große Betriebe, Evonik und DSM, die eine Ausbildungsquote von zehn Prozent erfüllen", heißt es in einer Pressemitteilung. Dies reiche nicht aus, um die vorgegebene Anzahl von 15 Schülern für eine Fachklasse für Chemielaboranten in der Rheinfelder Gewerbeschule zu erreichen. Bereits seit zwei Jahren werde diese nicht erfüllt. "Sollte sich dort keine Wende abzeichnen, ist diese Klasse, und damit die Möglichkeit überhaupt Chemielaboranten am Hochrhein auszubilden, in Gefahr", heißt es in dem Schreiben.

Fachkräftemangel

Betriebliche Ausbildung habe über Jahre garantiert, dass der Fachkräftebedarf der Unternehmen in der Region erfüllt werden konnte. Ausgerechnet in Zeiten des Fachkräftemangels werde es allerdings immer schwieriger, die Unternehmen davon zu überzeugen, weiterhin Chemielaboranten auszubilden.

"Die Schule wurde aufwendig renoviert, um einen angemessenen Industriestandard zu gewährleisten.

Umso schlimmer, wenn jetzt die Unternehmen dieses nicht nutzen", sagte dazu in einem vorangegangenen Gespräch der stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der DSM, Klaus Keßner. Um den Fachkräftebedarf weiterhin sicherstellen zu können, brauchten die Unternehmen in der Region Mobilitätskonzepte, um qualifizierte Arbeitskräfte aus anderen Teilen der Republik anlocken zu können.

Lob für die Stadt Rheinfelden

"Diese Mobilitätskonzepte brauchen jedoch Rahmenbedingungen, wie Azubiwohnheime und überhaupt bezahlbaren Wohnraum", sagte Heiko Wodarkiewicz, Betriebsratsvorsitzender der BASF Grenzach.

Ralf Wittmann stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Evonik, lobte, dass die Stadt Rheinfelden bereits eine Initiative aufgegriffen und beschlossen habe, Mikroappartements zu bauen, die dann unter anderem auch von Azubis genutzt werden können.