Höhere Gebühren und weniger Filialen

Rolf Obertreis

Von Rolf Obertreis

Sa, 28. September 2019

Wirtschaft

Mit einem weiteren Personalabbau will die Commerzbank ihrer Ertragsschwäche zu Leibe rücken / Verdi kündigt Widerstand an.

FRANKFURT. Kunden der Commerzbank und auch der Direktbank Comdirect müssen sich auf steigende Preise einstellen, der Vorstand auf einen Konflikt mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi. Die will den angekündigten Abbau von 4300 Vollzeitstellen zumindest mit Blick auf die Filialen nicht mittragen. "Das lehnen wir entschieden ab", sagt Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann. Dort gebe es keinerlei Einsparpotenzial.

Die von der Schließung und Zusammenlegung von Filialen betroffenen Beschäftigten sollen auf die übrigen Ableger verteilt werden. Die Commerzbank will bei ihrem neuerlichen Sanierungsprogramm, das der Aufsichtsrat am Donnerstag billigte und das Vorstandschef Martin Zielke am Freitag noch einmal erläuterte, in den nächsten drei Jahren 200 von derzeit 1000 Filialen schließen.

Welche Ableger wo betroffen sein könnten hält Zielke noch unter Verschluss. Vermutlich dürften vor allem Filialen in Ballungsgebieten betroffen sein und Ableger, bei denen die Mietverträge bis 2023 auslaufen. Auch Details über den Stellenabbau lässt der Vorstandschef offen und verweist auf die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, die jetzt rasch beginnen sollen. Bei Übernahme der Dresdner Bank Ende 2008 gab es noch 61 300 Stellen. Davon wird die Commerzbank bis Ende 2023 mehr als die Hälfte gestrichen haben.

Teurer dürfte es für die rund 11,1 Millionen Kunden der Bank werden. Leistungen des Instituts würden "entsprechend bepreist", sagte Zielke, ohne Details zu nennen. "Das ist aber nicht die Einstimmung auf den Abschied vom kostenlosen Girokonto", versicherte er. Er betonte auch, dass die günstigen Preise für Kunden der Comdirect beibehalten würden. Andererseits sagte er, dass die Preise von Commerzbank und Comdirect zusammengeführt würden. Geschäftskunden und vermögende Privatkunden müssen im Übrigen bei der Commerzbank mit noch tieferen Negativzinsen rechnen. "Für Kunden mit Einlagen bis zu 100 000 Euro kann ich mir das aber nicht vorstellen"", so der Vorstandschef.