Veranstaltung

In Freiburg soll 2020 die Messe Leben und Tod stattfinden

Sigrun Rehm

Von Sigrun Rehm

So, 03. November 2019

Freiburg

Der Sonntag Trotz des ernsten Themas soll es eine "lebensbejahende" Veranstaltung werden: In Freiburg soll 2020 die Messe Leben und Tod stattfinden.

Er ist die einzige Gewissheit im Leben und doch für die meisten Menschen ein Schock und unerwarteter Schicksalsschlag: der Tod. Im Portfolio der Freiburger Messe soll ihm künftig eine Verkaufsschau samt Fachkongress gewidmet werden. Weil er eben zum Leben gehört wie energieeffizientes Bauen, kulinarische Genüsse und Campingurlaub. Die erste Ausgabe der "Leben und Tod" soll am 23. und 24. Oktober 2020 stattfinden.

Das Konzept stammt von der Messe Bremen, die die "Leben und Tod" seit 2010 sehr erfolgreich veranstaltet. "Diese Messe ist deutschlandweit einzigartig", sagte Andrea Rohde, Bereichsleiterin Fachmessen der Messe Bremen, diese Woche bei der Vorstellung des Vorhabens in Freiburg: "Unser Ansatz ist, das schwierige Thema mit Fingerspitzengefühl, Tiefe und in einer lebensbejahenden Stimmung anzugehen – bunt statt trist." Das Spektrum der rund 150 Aussteller dort umfasste zuletzt Krankenkassen, Kliniken und Religionsgemeinschaften und reichte vom Beerdigungs-Clown "Kaala Knuffl" über den Verein Kritische Aufklärung über Organtransplantation (KAO) und die Robert-Enke-Stiftung bis zum Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes. Mit 5 000 Besuchern aus ganz Norddeutschland sei man sehr zufrieden gewesen, so Rohde.

Die genannte "lebensbejahende Stimmung" war es, die Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) bei einem Besuch der Messe beeindruckte, wie er nun erklärte: "Die Messe widmet sich auf positive Weise einem Thema, das oft ernst und traurig ist." Er freue sich, die Veranstaltung nun in den Breisgau zu holen, so Strowitzki. Auch Freiburgs Finanzbürgermeister Stefan Breiter begrüßte die geplante Kooperation ausdrücklich. Auf den 17 Friedhöfen in der Stadt, die in seiner Zuständigkeit liegen, könne man erleben, wie sehr der Tod Teil des Lebens ist: "Sie sind soziale Treffpunkte, Naherholungsräume und grüne Lungen in der Stadt." Beide sehen Freiburg wegen der hier verbreiteten "lebenbewussten Einstellung" (Strowitzki) und dem Engagement vieler Ehrenamtlicher in Hospizbewegung und Trauerarbeit als geeigneten Standort der Messe.

Kooperationspartner wird der Hospiz- und Palliativverband Baden-Württemberg, der in der Vergangenheit bereits zwei Kongresse zum Thema Hospizarbeit ausgerichtet hat. Geplant ist ein Programm aus Workshops und Vorträgen, die sich an haupt- und ehrenamtlich Tätige aus den Bereichen Pflege, Palliative Care, Hospiz, Trauerarbeit, Seelsorge und Bestattung richten. "Außerdem sind unsere Zielgruppe ganz normale Menschen, die sich auf lockere und bunte Art unverbindlich informieren wollen", sagte Susanne Kränzle, Vorsitzende des Hospiz- und Palliativverbands Baden-Württemberg. Gerade heute, wo viele Menschen aus Angst vor einem qualvollen Tod sich für Sterbehilfe aussprechen, könne eine solche Messe auf Interesse stoßen: "Wir wollen zeigen, was wir in die Waagschale legen können für ein Sterben, das ohne diese Abkürzung auskommt", sagte Kränzle.

Vor zwei Monaten hat die Messe Bremen nun mit der Akquise von Ausstellern im Südwesten begonnen. "Wir sind ganz zufrieden, das Interesse ist da", sagte Andrea Rohde. Geplant sei eine Mischung aus Firmen, Initiativen und Institutionen aus der Region sowie darüber hinaus. Bereits zugesagt hat der Musiker Rolf Zuckowski ("In der Weihnachtsbäckerei"). Er wird gemeinsam mit dem Maler Anselm Prester und Diakonin Kerstin Slowik das Projekt "Gemeinsam unterwegs – eine Ausstellung zu Leben und Endlichkeit" vorstellen. Die Besucher erwarten zwölf Gemälde gepaart mit Texten des Albums "Deine Sonne bleibt – mit Liedern und sanfter Klassik aus der Trauer zum Trost". Künftig soll die "Leben und Tod" zweimal im Jahr stattfinden: im Mai in Bremen und im Oktober in Freiburg. Sigrun Rehm