Keine Reisen bei Thomas Cook

dpa

Von dpa

Do, 10. Oktober 2019

Wirtschaft

Konsequenz der Insolvenz.

OBERURSEL (dpa). Die Turbulenzen des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook treffen immer mehr Kunden. Das Unternehmen, das jüngst Insolvenz angemeldet hatte, sagte am Mittwoch Reisen bis einschließlich 31. Dezember ab, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind. Bislang galt der Reisestopp bis Ende Oktober. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, ab 1. Dezember 2019 wieder operativ tätig zu sein und dann auch Reisen ab Jahresbeginn 2020 anbieten zu können, sagte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung.

Pauschalurlauber, die bereits gezahlt haben, können nicht mit einer vollen Erstattung ihres Geldes rechnen. Die zuständige Versicherung Zurich Deutschland hatte die Reisen mit der deutschen Thomas Cook bis zu 110 Millionen Euro versichert. Es sei davon ausgehen, "dass dies bei Weitem nicht reicht", hatte ein Zurich-Sprecher jüngst gesagt. Zur Zahl der betroffenen Kunden machte Thomas Cook keine Angaben. Für den Zeitraum bis September 2020 hatten früheren Angaben zufolge etwa 660 000 Urlauber bei dem Unternehmen gebucht.

Fast alle 140 000 Gäste der deutschen Thomas Cook, die zuletzt noch unterwegs waren, sind nach Angaben des Unternehmens bis auf einige Langzeitreisende bereits wieder planmäßig zurückgekehrt.

Derweil ist eine Lösung für Teile der insolventen britischen Thomas-Cook-Muttergesellschaft in Sicht. Die britische Reisebürokette Hays Travel übernimmt laut Informationen der britischen Regierung alle 555 Reisebüros im Land. Hays Travel bezeichnet sich selbst als größte unabhängige Reisebürokette im Vereinigten Königreich.