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dpa

Von dpa

Do, 18. Juli 2019

Wirtschaft

Panscherei in Kellerei — Sachsen leidet — Deutlicher Rückgang

STAATSANWALT ERMITTELT

Panscherei in Kellerei

Annähernd eine Million Liter verschiedene Weine soll eine rheinhessische Kellerei vermischt und anschließend als Weine aus Einzellagen und reinen Rebsorten verkauft haben. Es werde wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs und der Irreführung nach dem Wein- und Ökolandbaugesetz ermittelt, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach, Michael Brandt, am Mittwoch. In der Kellerei sollen laut Staatsanwaltschaft Weine auf drei unterschiedliche Weisen ordnungswidrig verschnitten worden sein: Weine aus verschiedenen Anbaugebieten, in verschiedenen Qualitätsstufen und in Bio- und Nicht-Bio-Qualität sollen zunächst vermischt, hinterher aber als sortenrein oder als Wein aus einem bestimmten Anbaugebiet vermarktet worden sein. Es gehe um eine Menge in "Richtung von einer Million Liter", sagte der Ermittler.

RUSSLAND-SANKTIONEN

Sachsen leidet

Fünf Jahre Russland-Sanktionen haben der Wirtschaft in Ostdeutschland deutlich mehr geschadet als den Unternehmen im Westen. Nach einer aktuellen Aufstellung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft ging von 2013 bis 2018 das Handelsvolumen Sachsens mit 72,5 Prozent am stärksten zurück, in den fünf ostdeutschen Ländern (ohne Berlin) zusammen waren es durchschnittlich 28,7 Prozent. In Westdeutschland schrumpfte der Warenaustausch dagegen nur um 17,0 Prozent. Auch wenn Sachsen ein Ausreißer ist, der deutsch-russische Handel ist auch in Sachsen-Anhalt (minus 24 Prozent), Brandenburg (minus 20,4 Prozent) und Thüringen (minus 19,9 Prozent) seit 2013 überdurchschnittlich gesunken. Die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern verzeichneten dagegen eine Steigerung um 28,7 Prozent.

AUTOZULASSUNGEN

Deutlicher Rückgang

Der europäische Automarkt hat im Juni wieder einen deutlichen Rückschlag erlitten. In der EU wurden 1,45 Millionen Pkw neu zugelassen, das waren 7,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie der europäische Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Zum großen Teil sei das Minus auf einen Kalendereffekt zurückzuführen, hieß es vom Verband. Im Juni habe es durchschnittlich nur 19 Verkaufstage gegeben, vergangenes Jahr waren es demnach zwei Tage mehr. Aber auch im bisherigen Jahresverlauf steht nach dem ersten Halbjahr ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche. Im Juni gab es den Angaben zufolge in Deutschland 4,7 Prozent weniger Zulassungen.