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bkr, dpa, afp

Von Bernd Kramer, dpa & afp

Mi, 30. Oktober 2019

Wirtschaft

Gut unterwegs — Edeka greift nach Real — Tesa schwächelt — Gegen EZB-Anleihekäufe

MASCHINENBAUER RENA

Gut unterwegs

Der Gütenbacher Maschinenbauer Rena wächst weiter kräftig. Wie Finanzchef Jürgen Ningelgen und Vorstandschef Peter Schneidewind am Dienstag der Badischen Zeitung mitteilten, liegt das Hightech-Unternehmen sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz deutlich über den Planzielen.

Dazu trägt das gute Asien-Geschäft bei. Nach Rena-Angaben kamen in den vergangenen drei Monaten Großaufträge von drei führenden Solarzellenherstellern aus Fernost mit einem Volumen im zweistelligen Millionenbereich und einer Produktionskapazität von zehn Gigawatt. Mit Rena-Technik lassen sich Wafer reinigen, ätzen und trocknen. Wafer spielen in der Solarzellen- und Chipproduktion eine wichtige Rolle. Auch bei Zahnimplantaten und in der Glasindustrie kommen Rena-Produkte zum Einsatz. 2018 betrug der Umsatz 122 Millionen Euro. In Gütenbach arbeiten mehr als 350 Menschen für das Unternehmen. Auch in Freiburg sind die Schwarzwälder mit einem Standort vertreten.

EINZELHANDEL

Edeka greift nach Real

Edeka hat beim Bundeskartellamt die Übernahme einer "hohen zweistelligen Zahl" von Real-Filialen angemeldet. Das teilte Behördenchef Andreas Mundt am Dienstag mit. Das Kartellamt wird laut Mundt nun "umfassende Ermittlungen für die Absatz- und Beschaffungsmärkte" einleiten. Im Mai hatte sich der Handelskonzern Metro mit dem Immobilien-Investor Redos über den Verkauf von 286 Real-Standorten geeinigt – was das Kartellamt Anfang Oktober genehmigte. Redos will die Supermarkt-Filialen aber nicht selbst betreiben, sondern zum großen Teil weiterverkaufen. Die Übernahmen muss das Kartellamt ebenfalls genehmigen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte am Dienstag die geplante Zerschlagung von Real und forderte ein Ende der monatelangen Ungewissheit für die rund 34 000 Real-Beschäftigten. Metro versicherte, bei der Abgabe der Standorte die Belange der Mitarbeiter berücksichtigen zu wollen.

BEIERSDORF

Tesa schwächelt

Die Kosmetikprodukte der Marke Nivea haben das Geschäft des Hamburger Konsumgüterherstellers Beiersdorf in den ersten neun Monaten des Jahres besonders angetrieben. Die Dynamik schwächte sich aber insgesamt ab, was am geringeren Wachstum bei der Klebstofftochter Tesa lag, vor allem bei Kunden im Automobilbereich in Nordamerika. Beiersdorf senkte die Umsatzprognose für die Tesa-Sparte mit Werk in Offenburg: In diesem Jahr erwartet der Konzern nur noch ein bis zwei Prozent Wachstum. Bislang war er von drei bis vier Prozent ausgegangen.

EILANTRAG

Gegen EZB-Anleihekäufe

Kritiker der Europäischen Zentralbank (EZB) haben beim Bundesverfassungsgericht einen Eilantrag gegen die neuen Anleihenkäufe eingereicht. Der Antrag sei am Montagabend eingegangen, sagte ein Sprecher des Gerichts. Die vom Finanzwissenschaftler Markus Kerber vertretenen Kläger wollen nach eigenen Angaben erreichen, dass die Bundesbank vom Vollzug der Käufe befreit wird. Die vorübergehend heruntergefahrenen Anleihenkäufe sollen zum 1. November mit monatlich 20 Milliarden Euro wieder aufgenommen werden. Bis Ende 2018 hatte der scheidende EZB-Präsident Mario Draghi rund 2,6 Billionen Euro in die Märkte gepumpt, um Konjunktur und Inflation im Euroraum anzuregen. Dagegen läuft bereits ein Verfahren in Karlsruhe, an dem auch Kerber beteiligt ist. Eine Entscheidung steht noch aus.