Leben ist in Dänemark besonders teuer

Friederike Marx, Jörn Bender , bkr

Von Friederike Marx, Jörn Bender (dpa), bkr

Di, 25. Juni 2019

Wirtschaft

Das Preisniveau liegt in dem skandinavischen Land 37,9 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

WIESBADEN. Verbraucher in Deutschland haben auch im vergangenen Jahr weniger für ihren Euro bekommen als im EU-Schnitt. Die Lebenshaltungskosten, zu denen unter anderem die Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen und Energie zählen, lagen um 4,3 Prozent über dem Mittel der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Mit Abstand teuerstes Land für Verbraucher innerhalb der EU war erneut Dänemark: Dort lag das Preisniveau 37,9 Prozent über dem Durchschnitt.

Mit einigem Abstand folgen Irland, Luxemburg, Finnland und Schweden. Am günstigsten innerhalb der EU war es erneut in Bulgarien: Hier mussten Verbraucher für die Lebenshaltungskosten nur rund halb so viel zahlen wie im Schnitt aller Mitgliedstaaten. Deutlich günstiger war es auch in Deutschlands direkten Nachbarländern Polen und Tschechien.

Allerdings sind auch die Einkommen – das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – in der EU extrem ungleich verteilt. Am ärmsten sind die Bewohner Bulgariens. Sie erhalten nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat nur etwa die Hälfte dessen, was dem Durchschnitt entspricht. Am unteren Ende der Liste stehen auch Kroatien, Ungarn, Lettland und Rumänien. Deutschland zählt dagegen zu den Spitzenreitern. Entscheidend ist, in welchem Verhältnis Einkommen und Preise zueinander stehen.

Deutliche Unterschiede gibt es aus Sicht der Verbraucher in den EU unter anderem bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken. In Deutschland entsprachen die Preise Eurostat zufolge im vergangenen Jahr etwa dem EU-Schnitt. Tiefer in die Tasche greifen mussten die französischen Nachbarn (115 Prozent des EU-Schnitts).

Besonders groß ist die Preisspanne in der Union bei Alkohol und Tabak – vor allem wegen der unterschiedlichen Besteuerung. Bei alkoholischen Getränken gab es Unterschiede um mehr als das Zweieinhalbfache. Am günstigsten waren Wein, Bier und Co. Eurostat zufolge in Bulgarien und Rumänien (jeweils 74 Prozent des EU-Schnitts). Am teuersten war der Alkoholkonsum in Finnland, Irland und Schweden. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei Tabakwaren. Sie kosteten in Großbritannien rund viermal so viel wie in Bulgarien. Das teuerste Land in Europa aus Verbrauchersicht ist Island, das jedoch nicht Mitglied der EU ist. Dort lag das Preisniveau um 56,1 Prozent über dem Schnitt der Staatenunion. Auch in den Nicht-EU-Staaten Schweiz (plus 51,9 Prozent) und Norwegen (plus 47,7 Prozent) waren die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in der Gemeinschaft.