Mehr Strom und Gas verkauft

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Do, 13. Juni 2019

Wirtschaft

Der Energieversorger Badenova erhöht seinen Umsatz deutlich / Der Gewinn geht allerdings zurück.

FREIBURG. Der südbadische Energieversorger Badenova hat sich am Strom- und Gasmarkt behauptet. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, stiegen sowohl der Strom- als auch der Gasabsatz. Unter dem Strich gab es ein Umsatzplus von 6,5 Prozent, allerdings ging der Gewinn um 6,6 Prozent zurück.

Als Grund für den rückläufigen Ertrag nannte Badenova-Sprecherin Yvonne Schweickhardt die hohen Investitionen des Unternehmens im vergangenen Jahr. Sie wuchsen um fast 52 Prozent auf 72,1 Millionen Euro. "Wir wollen die Herausforderungen durch die Digitalisierung meistern", sagte Schweickhardt. Es sei entscheidend für den Geschäftserfolg, dass ein Energieversorger seine Kunden online erreiche, aber auch online gefunden werde. Dafür brauche es neue Kanäle und neue Partner: "Das kostet zuerst einmal Geld."

Vom Online-Tarifwechsel bis zur papierlosen Rechnung sei jetzt alles möglich: "Das ist zwar in anderen Branchen schon Standard, aber aufgrund der vielen Vorschriften und Regelungen im Energievertrieb noch nicht weit verbreitet," sagte Finanzvorstand Maik Wassmer.

Der Energieversorger ist zusammen mit dem Stadtwerke-Netzwerk Thüga auch zum Betreiber eines Internetportals geworden. Auf dem Portal wird über Themen rund um das Smart Home (intelligentes Zuhause) berichtet. In der Gebäudetechnik sieht die Badenova ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld.

Auch in die Strom- und Gasnetze floß mehr Geld. In der Sparte Erdgas wuchs das Investitionsvolumen beispielsweise von 17,5 Millionen Euro auf 25,5 Millionen Euro. "Die südbadische Wirtschaft floriert, das bedeutet neue Industrieansiedlungen, die Energie benötigen", sagte Schweickhardt. Zudem habe das Unternehmen das Ziel, für maximale Versorgungssicherheit zu sorgen – auch in abgelegenen Schwarzwaldgemeinden.

Die leicht gesunkenen Netzmengen sowohl bei Gas und beim Strom erklärte Schweickhardt mit den schwankenden Witterungsverhältnissen. Unter Netzmengen versteht man jenes Gas und jenen Strom, der durch die Netze des Unternehmens fließt – also auch Energie, die von Fremdanbietern geliefert wird. "Dass der Klimaschutz bei den Menschen wieder stärker ins Bewusstsein geraten ist, bestärkt uns – auch was Investitionen zum Beispiel im Windbereich angeht", sagte Wassmer. So hat sich die Badenova über eine Tochter Anteile an der DGE Wind Baar gesichert. Über sie soll der Bau eines Windpark auf der Gemarkung Döggingen/Bräunlingen umgesetzt werden. Für den geplanten Windpark Hohenlochen im Schwarzwald habe man die Bundes-Immissionsschutz-Genehmigung bereits in der Tasche.

Der rückläufige Gewinn wird sich in den Haushalten der 97 Gesellschafterkommungen bemerkbar machen. Die Stadt Freiburg, die knapp 33 Prozent der Badenova-Anteile hält, bekommt 17,02 Millionen Euro. Das sind 1,2 Millionen Euro weniger als im vergangenen Jahr. Weitere Anteilseigner sind zum Beispiel Offenburg mit 7,1 Prozent, Lörrach mit 4,1 Prozent und Breisach mit 2,1 Prozent.

Eine Prognose zur Strompreisentwicklung gab Schweickhardt nicht ab. Sie begründete dies damit, dass Bestandteile des Preises wie die staatliche EEG-Umlage erst im Herbst festgelegt werden. Beim Gaspreis verwies sie auf die Preisgarantie, die für 2019 gelte. Damit halte der Versorger den Gaspreis in der Grundversorgung im dritten Jahr in Folge stabil.