MIT GEWINN LEBEN: Hilfe beim Kinderwunsch

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 19. Oktober 2019

Wirtschaft

Künstliche Befruchtung mindert die Steuerlast.

Es gibt viele Methoden der künstlichen Befruchtung. Aber alle sind teuer. Immerhin haben der Bund und neun Bundesländer ihre Zuschüsse erhöht: In Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erhalten Ehepaare, die sich nach Art der In-vitro-Fertilisation (IVF) und der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) behandeln lassen, ab sofort einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent. Dadurch verringern sich die Ausgaben für den ersten bis dritten Versuch in aller Regel um bis auf die Hälfte. Als Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung mussten Ehepaare bislang den vierten Versuch komplett selbst zahlen. Ab sofort werden auch dafür bis zu 50 Prozent ihrer Kosten bezuschusst. Und auch Paare, die nicht verheiratet sind, erhalten in den sich beteiligenden Bundesländern höhere staatliche Zuschüsse, nämlich bis zu 12,5 Prozent für die erste und dritte Behandlung und bis zu 25 Prozent für die vierte Behandlung. Keine Rolle spielt der Wohnort in Deutschland, wenn es um das Absetzen der Kinderwunschkosten geht: Alles, was betroffene Paare selbst zahlen, können sie als außergewöhnliche Belastung in ihrer Steuererklärung angeben. Dazu zählen die Therapiekosten selbst, aber auch Medikamente, die Fahrten zum Frauenarzt oder zum Kinderwunschzentrum. Auch unverheiratete Paare können die Kosten ihrer Kinderwunschbehandlung als außergewöhnliche Belastung absetzen, nämlich für eine In-vitro-Fertilisation.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und
Vorstandsvorsitzender der Vereinigten
Lohnsteuerhilfe. Die VLH erstellt für
Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de