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Handmade im Schwarzwald (5)

Ernst Karle, einer der letzten Schindelmacher im Schwarzwald

Ernst Karle aus Muggenbrunn macht das, was kaum einer mehr macht: Er stellt Schindeln her - von Hand. Damit andere ihr Hausdach decken können, setzt er sich gar im Sommer in die dunkle Stube.

  • Geduld ist gefragt: Ernst Karle sitzt am Schneidesel und stellt Schindeln her – 600 bis 700 Exemplare schafft er am Tag. Foto: Joss Andres

Für einen echten Schwarzwälder ist es ziemlich ungewöhnlich, was Ernst Karle da treibt. Zumindest zu dieser Jahreszeit. Mitten im Sommer hockt der 51-Jährige in seiner Stube in Muggenbrunn und spaltet dicke Fichtenstämme zu dünnen Holzschindeln – in dieser Gegend eigentlich seit jeher eine klassische Beschäftigung für eisige Wintertage. Doch Karle hat keine Wahl. Die Schindeln sind bestellt. Noch im September sollen sie als neue Fassade ein Haus in Ibach zieren. Darum muss er aufs Tempo drücken. 15 000 Stück will er in knapp drei Wochen produzieren. Auf jene Art und Weise, nach der die Holzplatten schon vor 300 Jahren hergestellt wurden: komplett von Hand.

Damals konnte man im Schwarzwald auf fast jedem Hof jemanden antreffen, der dieses Metier beherrschte. Heute gibt es im höchsten deutschen Mittelgebirge nur noch wenige Schindelmacher. Wenige wie Ernst Karle, der sich dem beinahe ausgestorbenen Gewerk mit Hingabe widmet. "Wenn man solch ein Handwerk beherrscht, dann sollte man die Tradition auch ...

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