Handmade im Schwarzwald (5)

Ernst Karle, einer der letzten Schindelmacher im Schwarzwald

Matthias Maier

Von Matthias Maier

Do, 14. September 2017

Todtnau

BZ Plus Ernst Karle aus Muggenbrunn macht das, was kaum einer mehr macht: Er stellt Schindeln her - von Hand. Damit andere ihr Hausdach decken können, setzt er sich gar im Sommer in die dunkle Stube.

Für einen echten Schwarzwälder ist es ziemlich ungewöhnlich, was Ernst Karle da treibt. Zumindest zu dieser Jahreszeit. Mitten im Sommer hockt der 51-Jährige in seiner Stube in Muggenbrunn und spaltet dicke Fichtenstämme zu dünnen Holzschindeln – in dieser Gegend eigentlich seit jeher eine klassische Beschäftigung für eisige Wintertage. Doch Karle hat keine Wahl. Die Schindeln sind bestellt. Noch im September sollen sie als neue Fassade ein Haus in Ibach zieren. Darum muss er aufs Tempo drücken. 15 000 Stück will er in knapp drei Wochen produzieren. Auf jene Art und Weise, nach der die Holzplatten schon vor 300 Jahren hergestellt wurden: komplett von Hand.

Damals konnte man im Schwarzwald auf fast jedem Hof jemanden antreffen, der dieses Metier beherrschte. Heute gibt es im höchsten deutschen Mittelgebirge nur noch wenige Schindelmacher. Wenige wie Ernst Karle, der sich dem beinahe ausgestorbenen Gewerk mit Hingabe widmet. "Wenn man solch ein Handwerk beherrscht, dann sollte man die Tradition auch pflegen", findet er. Es fällt ...

BZ Plus-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 15 Artikel kostenlos lesen - inklusive BZ Plus!

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 15 Artikel pro Monat kostenlos – einschließlich BZ Plus
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ