Industrie

Morat Swoboda Motion aus Eisenbach eröffnet neues Werk in Polen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 26. Oktober 2019 um 15:33 Uhr

Eisenbach (Hochschw.)

Volle Kraft auf E-Antriebe: Im neuen Werk von Morat Swoboda Motion im polnischen Nowa Ruda werden Antriebskomponenten für die Elektromobilität gebaut. Das Werk bietet Platz zum Wachsen.

Seit Juli 2019 produziert Morat Swoboda Motion – das Joint Venture zwischen Swoboda und der Franz Morat Group – im neuen Werk in Nowa Ruda in Polen verzahnte Antriebskomponenten für die Elektromobilität. Am 11. Oktober wurde das 4500 Quadratmeter große Werk mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft eröffnet. Elektromobilität sieht das Unternehmen Franz Morat Group neben der Intralogistik, der Reha- & Medizingerätetechnik sowie Automatisierungstechnik und Robotik als wichtige Wachstumsbranche, die strategisch ausgebaut werden soll.

Technologie für den E-Bike-Boom

Zukunftsfähige Mobilitätskonzepte sind aufgrund der Debatte rund um den Klimawandel in aller Munde. Die Elektromobilität gilt als Schlüsseltechnologie und vielversprechender Lösungsansatz für nachhaltige Mobilität. Neben E-Automobilen, E-Scootern und Elektrobussen sind besonders elektrisch betriebene Fahrräder sehr beliebt. Deren Absatz in Europa hat 2018 erstmals deutlich die Zwei-Millionen-Grenze überschritten, allein in Deutschland wurden nahezu eine Million E-Bikes verkauft. Ob City-Bikes für den städtischen Raum, Mountain- und Trekking-Bikes für den Freizeitgebrauch oder Cargo-Bikes für den Transport. Für die kommenden Jahre wird für dieses Segment weiteres Wachstum erwartet.

Swoboda und die Franz Morat Group haben diesen Trend frühzeitig erkannt und sich mit der Gründung der Morat Swoboda Motion der Produktion von verzahnten Antriebskomponenten für elektromobile Applikationen verschrieben, heißt es in einer Mitteilung der Franz Morat Group. 2017 erhielt das Joint Venture die Nominierung für das erste Großprojekt. Schon im Juni 2018 fiel der Startschuss für den Bau des neuen Produktionswerks in Nowa Ruda (Niederschlesien). In unmittelbarer Nachbarschaft betreibt die Franz Morat Group seit Juli 2015 bereits erfolgreich ein Montagewerk für den Geschäftsbereich Antriebstechnik. Im November 2018 wurden die ersten Maschinen angeliefert, im März 2019 verließen bereits die ersten Bemusterungsteile das Werk. Am 1. Juli 2019 wurde schließlich auf einer Fläche von 4500 Quadratmetern mit der Serienproduktion unterschiedlicher Zahnräder und Wellen begonnen, die in E-Bike-Motoren zuverlässig für Antrieb sorgen.

Roboter helfen beim Be- und Entladen

Das neue Werk beherbergt die qualitätsentscheidenden Fertigungstechnologien Wälzfräsen, Vakuumhärten, Spitzenlos-Schleifen, Hartdrehen und Wälzschleifen im eigenen Haus. Das Automatisierungskonzept verkettet die Bearbeitungsmaschinen intelligent miteinander. Die Bevorratung der Teile erfolgt über Einschubwagen mit identischen Systempaletten. Parallel sorgen Roboter für die Maschinenbeschickung samt Be- und Entladung der Werkzeugmaschinen. Die Produktionsstückzahl bewegt sich um mehrere Tausend Radsätze wöchentlich.

Die derzeit 40-köpfige Stammmannschaft besteht durchweg aus polnischen Beschäftigten. Der Aufbau des Werks seit Jahresbeginn und der Serienanlauf wurde und wird von vier bis fünf deutschen Mitarbeitern aus Eisenbach vor Ort begleitet. Durch die Flexibilität der Automatisierungslösung lässt sich die Fertigung modular erweitern. Für weitere großvolumige Aufträge kann die Produktionsfläche durch eine neue Halle auf 7500 Quadratmeter vergrößert werden.

Neben Verzahnungskomponenten für E-Bike-Motoren gehören Radsätze für elektrische Lenksysteme, Rotorwellen für Elektroautos sowie auch Planetengetriebe für E-Scooter zum Sortiment von Morat Swoboda Motion.
Morat Swoboda

Die Franz Morat Group: gegründet 1912, rund 700 Beschäftigte, mehr als 90 Millionen Euro Umsatz (2018). Entwickelt und fertigt seit mehr als 100 Jahren Antriebsideen aus Metall und Kunststoff – vom Zahnrad bis hin zum kompletten Getriebemotor.
Swoboda: gegründet 1947, rund 4200 Beschäftigte, mehr als 450 Millionen Euro Umsatz (2018). Baut hochpräzise, innovative Komponenten und Systeme für die automobile Zukunft.