Noch mehr Geld für den Kauf von Elektroautos

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Von dpa & epd

Mi, 06. November 2019

Wirtschaft

Prämie steigt auf 6000 Euro / Mehr Ladestationen geplant.

BERLIN (dpa/epd). Eine noch höhere Kaufprämie soll endlich mehr Deutsche dazu bringen, von Benzin- und Diesel- auf Elektroautos umzusteigen. Außerdem werden deutlich mehr Ladestationen aufgestellt. Das sind Kernergebnisse eines Spitzentreffens von Bundesregierung und Autoindustrie. Die Beschlüsse von Montagabend im Kanzleramt im Überblick:

Kaufprämie für E-Autos
Die Kunden können sich auf höhere Zuschüsse einstellen, wenn sie E-Autos kaufen. Für rein elektrische Autos unterhalb eines Listenpreises von 40 000 Euro steigt die Prämie von derzeit 4000 Euro auf 6000 Euro und für Autos mit einem Listenpreis über 40 000 Euro auf 5000 Euro. Auch für Plug-in-Hybride soll der Zuschuss steigen. Bund und Autoindustrie wollen wie bisher jeweils zur Hälfte die Kosten von mehr als zwei Milliarden Euro übernehmen. Mit der höheren Prämie werde es nun ermöglicht, weitere 650 000 bis 700 000 Elektrofahrzeuge zu fördern, teilte die Bundesregierung mit.

Ladenetz
Ein flächendeckendes Ladenetz gilt als zentrale Voraussetzung für den Erfolg der E-Mobilität. Derzeit gibt es in Deutschland rund 21 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Vereinbart wurde, dass in den kommenden zwei Jahren 50 000 neue öffentliche Ladepunkte entstehen sollen – die Automobilwirtschaft soll davon 15 000 an ihren Standorten beisteuern. Die Bundesregierung hatte in ihrem Klimapaket angekündigt, bis 2030 eine Million öffentliche Ladepunkte zu schaffen. Die Nutzerfreundlichkeit soll steigen: So sollen Authentifizierung, Freischaltung, Bezahlung und Abrechnung künftig ohne Probleme erfolgen.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Heinrich-Böll-Stiftung fordern von der Politik mehr Anreize für eine rasche Verkehrswende. Kapazität und Qualität der öffentlichen Verkehrsangebote müsse verbessert werden, Bus, Bahn, Sharing-Angebote und Fahrrad müssten nutzerfreundlich kombinierbar gemacht werden, sagte Stiftungsvorstand Ellen Ueberschär am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des "Mobilitätsatlas".