Novartis will kooperieren

Michael Baas

Von Michael Baas

Do, 12. September 2019

Wirtschaft

Nach Problemen mit Daten.

BASEL. Novartis will künftig rascher bei Problemen mit Testdaten informieren. Das versprach Konzernchef Vasant Narasimhan nach Darstellung verschiedener Nachrichtenagenturen auf einem Investorentreffen in London. Damit reagiert der Basler Pharmakonzern auf die Manipulationen, die in den USA nach der Zulassung der Gentherapie Zolgensma im Juni bekannt geworden waren und die die US-Gesundheitsbehörde FDA und den US-Senat auf den Plan gerufen hatten (BZ vom 12. und 21. August).

Konkret hatte Novartis im Zulassungsverfahren der von der Tochterfirma Avexis entwickelten Therapie gegen die meist tödlich verlaufende Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie bei Kleinkindern manipulierte Daten aus Tierversuchen verschwiegen. Narasimhan sagte nun, er gehe "eine freiwillige Verpflichtung ein, die FDA innerhalb von fünf Werktagen nach Erhalt aller glaubwürdigen Anschuldigungen im Zusammenhang mit der Datenintegrität, die sich auf einen anhängigen Antrag im Novartis-Konzern auswirken, zu informieren". Ähnlich wolle sich Novartis gegenüber anderen Behörden verhalten, erklärte er weiter.

Die FDA hat wegen des Vorfalls inzwischen eine Untersuchung gegen Novartis eingeleitet. Auch der US-Senat hat Informationen gefordert. Das Verhalten des Konzerns steht auch deshalb im Fokus, da es um viel Geld geht und Zolgesma mit Kosten von gut zwei Millionen Dollar pro Dosis derzeit das teuerste Medikament der Welt ist.