Razzien bei Banken wegen Panama Papers

Rolf Obertreis

Von Rolf Obertreis

Do, 16. Mai 2019

Wirtschaft

Verdacht auf Steuerhinterziehung.

FRANKFURT. Die Deutsche Bank selbst hatten die Ermittler diesmal nicht im Visier. Die bundesweite Razzia von Staatsanwaltschaft Frankfurt, Bundeskriminalamtes und mehrerer Finanzämter am Mittwoch zielte auf Wohnräume von acht offensichtlich vermögenden Privatpersonen, auf die Geschäftsräume von elf Banken und Sparkassen sowie Steuerberatern und Vermögensverwaltern. Namen nannte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Noah Krüger nicht.

Anlass und Vorwurf der Durchsuchungen: Die acht Personen sollen mithilfe einer ehemaligen Tochtergesellschaft "einer deutschen Großbank" auf den britischen Jungferninseln Gesellschaften in Steueroasen gegründet haben. Damit sollen sie Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus verborgen und Steuern hinterzogen haben. Dass es sich bei der Großbank um die Deutsche Bank handelt, daran lassen die Ermittler gleichwohl keinen Zweifel. Denn auf die Erkenntnisse über die acht Privatpersonen waren sie nach Angaben von Krüger durch Unterlagen im Zusammenhang mit den Panama Papers gestoßen, die sie Ende November 2018 bei einer spektakulären Großrazzia in der Zentrale der Deutschen Bank beschlagnahmt hatten.

Damals ging es um die mögliche Unterstützung bei Geldwäsche. Ein Sprecher der Bank beeilte sich am Mittwoch zu betonen, dass es sich diesmal nicht um ein Ermittlungsverfahren gegen das Institut, sondern gegen Privatpersonen handele. Man kooperiere mit der Staatsanwaltschaft und werde alle Unterlagen freiwillig herausgeben.

Aktiv waren die Ermittler und Steuerfahnder am Mittwoch in Privatwohnungen in Bad Tölz, Erkrath, Hamburg, im rheinland-pfälzischen Konz, in Simmerath und auf Sylt. Daneben wurden Geschäftsräume von Kreditinstituten in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Erding, Frankfurt am Main, Köln und Trier durchsucht.