Ufo ruft erneut zum Streik

Christian Ebner

Von Christian Ebner (dpa)

Di, 05. November 2019

Wirtschaft

Flugbegleitergewerkschaft will Lufthansa-Maschinen am Donnerstag und Freitag am Boden halten.

FRANKFURT. Passagiere der Lufthansa müssen zum Ende dieser Woche wieder mit Streiks der Flugbegleiter rechnen. Deren Gewerkschaft Ufo hat zu einem 48-Stunden-Ausstand bei der Lufthansa-Kerngesellschaft an diesem Donnerstag und Freitag (7. und 8. November) aufgerufen. Betroffen seien alle Abflüge in Deutschland, teilte die Gewerkschaft am Montag t mit.

Das Unternehmen will den Streik mit juristischen Mitteln stoppen und bereitet gleichzeitig einen Sonderflugplan für die Streiktage vor. Man verurteile den "massiven" Aufruf der Gewerkschaft Ufo auf das Schärfste und prüfe rechtliche Schritte, erklärte ein Unternehmenssprecher. In Frage kommen beispielsweise einstweilige Verfügungen beim Arbeitsgericht.

Ufo-Vize Daniel Flohr kündigte für die kommenden Tage weitere Streikaufrufe bei anderen Flugbetrieben des Konzerns an. "Wie schon bei den letzten Warnstreiks wird der gesamte Konzern von dieser erneuten Arbeitskampfwelle betroffen sein. Wir weisen sowohl unsere Kollegen als auch die Kunden darauf hin, dass jederzeit weitere Ankündigungen möglich sind", erklärte er laut einer Mitteilung.

Grundsätzlich möglich sind Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei vier weiteren Flugbetrieben mit deutschem Tarifrecht. Das sind Eurowings Deutschland, Germanwings, Lufthansa Cityline sowie Sunexpress. Für alle fünf Flugbetriebe mit zusammen mehr als 25 000 Flugbegleitern hat Ufo jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt. Die Zustimmung lag nach gewerkschaftlichen Angaben vom Freitag zwischen 77,5 und 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Ufo will die Streikandrohung bereits am Freitag vertraulich an den Konzern gegeben haben. Es sei aber zunächst keine Reaktion erfolgt und erst am Montag habe Lufthansa Gespräche für das kommende Jahr angeboten. Dem widersprach der Konzernsprecher: Offizielle Verhandlungen wolle man zwar erst nach der für den 14. Februar angekündigten Neuwahl des Ufo-Vorstands führen, Sondierungen könnten aber laut Lufthansa schon früher beginnen.

Lufthansa erkennt den Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit Ufo seit Monaten ab. Die DGB-Gewerkschaft Verdi stünde als Alternative zu Verfügung, hatte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich. In der Auseinandersetzung hat Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei den vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet.

Die Spartengewerkschaft hat interne Auseinandersetzungen hinter sich. Nach Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind aus dem einst siebenköpfigen Vorstand nur noch die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr übrig. Der langjährige Ufo-Chef Nicoley Baublies fungiert nach seiner Entlassung aus Lufthansa-Diensten als Pressesprecher der Gewerkschaft.