Verhandlungen in der Sackgasse

dpa, afp

Von dpa & afp

Mo, 28. Oktober 2019

Wirtschaft

Mindestlohn auf dem Bau.

BERLIN (dpa/AFP). Die Verhandlungen über höhere Mindestlöhne auf dem Bau stehen vor dem Scheitern. Auch in der dritten Verhandlungsrunde hätten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter bis Freitagabend nicht einigen können, teilte die Industriegewerkschaft (IG) Bau in Frankfurt mit. "Die Fronten sind völlig verhärtet", sagte Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Die Gewerkschaft will daher nun den Schlichter anrufen.

Derzeit gilt im Bauhauptgewerbe mit rund 820 000 Beschäftigten ein bundesweiter Branchenmindestlohn von 12,20 Euro je Stunde. Für qualifizierte Beschäftigte im Westen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften eine Mindestvergütung von 15,20 Euro vereinbart – diese Stufe fehlt in Ostdeutschland. Die IG BAU will sie auch dort verankern. Stattdessen wollen die Arbeitgeber nach Darstellung der Gewerkschaft einen einheitlichen Mindestlohn durchsetzen, der auf eine Abschaffung des höheren Mindestlohns im Westen hinauslaufen würde. 12,40 Euro seien im Gespräch gewesen. Die Löhne von gut 91 000 Facharbeitern im Westen würden damit "auf einen Schlag nach unten rauschen", sagte Schäfers.

Der Bundesvorstand will am Montag beraten. Die aktuellen Mindestlöhne gelten noch bis 31. Dezember. Von den Bau-Arbeitgeberverbänden, dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) war am Wochenende kein Kommentar zu erhalten.