Volle Pulle durchmalochen

Stefan Scholl

Von Stefan Scholl

Sa, 08. September 2018

Wirtschaft

BZ-Plus Die Landwirtschaft in Russland boomt – ein Besuch bei den Machern des russischen Weizenwirtschaftswunders /.

Auch beim Blick in die Vergangenheit sieht Igor viel Positives. "Sprit war für uns kein Kostenpunkt, Sprit war wie Wasser", lächelt er. "Wir verstanden gar nicht, wie glücklich wir waren, wir lebten wie Kinder im Kindergarten."

Der Kindergarten hieß Sowjetunion, Igor Smirnych, 53, war damals Chefagronom des Lenin-Kolchos, einer Kollektivwirtschaft in Kolpna, Gebiet Orjol, 390 Kilometer südlich von Moskau. Dort standen 1000 Milchkühe, arbeiteten 140 Kolchosniki und ein Liter Sprit kostete 8 Kopeken. Auf dem Hof des längst bankrotten Kolchos parken jetzt russische Don- neben deutschen Claas-Mähdreschern. Das vaterländische Gerät sei besser aber auch teurer geworden, sagt Igor. "Wenn eine Maschine viel billiger ist, kaufe ich die russische, sonst die deutsche." In Kolpna herrscht inzwischen Marktwirtschaft.

Igor sitzt in seinem kleinen Büro, erzählt von der Inflation nach dem Ende der Sowjetmacht 1991. Plötzlich hätten 65 Liter Sprit – ein voller Tank für den Milchwagen – mehr gekostet, als die 3000 Liter Milch, die er transportierte. "Die Preise", seufzt er, "haben ...

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