Weniger Düngen, weniger Nitrat

afp

Von afp

Sa, 28. September 2019

Wirtschaft

Bund macht EU Vorschläge.

BERLIN (AFP). Mit längeren Sperrfristen für Dünger und einem höheren Gewässerschutz will die Bundesregierung die Nitratbelastung im Grundwasser senken – und so drohende EU-Strafzahlungen abwenden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium und das Bundesumweltministerium schickten entsprechende Vorschläge zur Anpassung der Düngeverordnung nach Brüssel. Der Umweltverband WWF beklagte jedoch am Freitag, auch damit werde Deutschland seine "Nitratmisere nicht in den Griff bekommen".

Geplante Maßnahmen der Regierung sind etwa eine längere Sperrfrist für das Ausbringen von Dünger im Herbst und im Winter sowie größere Gewässerabstände mit einem Düngeverbot in Hanglagen. Außerdem sollen das Ausbringen von Festmist auf gefrorenem Boden eingeschränkt und eine flächendeckende Sperrfrist für phosphathaltige Düngemittel zwischen Anfang Dezember und Mitte Januar eingeführt werden.

Hintergrund für die Maßnahmen der Bundesregierung ist die hohe Nitratbelastung im Grundwasser, verursacht vor allem durch die Landwirtschaft. Damit verstößt Deutschland gegen die europäische Grundwasserrichtlinie. Die EU hatte der Bundesregierung Ende Juli noch zwei Monate Zeit gegeben, um Maßnahmen zur Senkung der Nitratbelastung zu ergreifen.