Teil 12

Leserfragen: Wo ist mein Geld noch sicher?

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Sa, 04. August 2012 um 00:05 Uhr

Wirtschaft

Zahlreiche BZ-Leser machen sich wegen der Krise in der Eurozone Sorgen um ihre Ersparnisse. Dahat eine Telefonaktion mit Experten gezeigt. Eine Auswahl der Fragen und der Antworten.

Wo ist mein Geld noch sicher, wo soll man es jetzt in Zeiten der Krise hinbringen?

Gabriel Hopmeier, Finanzökonom aus Freiburg und freier Honorarberater, antwortet:
»Sicherheit kann bei der Geldanlage zweierlei bedeuten – Sicherheit vor Verlust und Sicherheit vor Wertschwankungen. Gefragt danach, was die Anrufer meinen, wenn sie von Sicherheit sprechen, wurde überwiegend geantwortet, es gehe vor allem darum, dass das Geld vor Verlusten geschützt sei. Verlustfreie Anlagen gibt es aber nicht. Die Hausbesitzer in Staufen waren nicht vor Verlust durch Erderhebungen geschützt, die Aktionäre der verstaatlichten Fast-Pleitebank Hypo Real Estate waren es auch nicht. Auch bei der Geldanlage macht die Menge das Gift. Die einzige Möglichkeit, Geld weitgehend verlustsicher anzulegen, ist, es breit zu streuen, also auf viele verschiedene Anlageklassen zu verteilen. Das ist die goldene Regel der Geldanlage und in der Krise gilt sie umso mehr.

Soll ich mein Geld jetzt wegen der Eurokrise in ausländische Währungen investieren wie Schweizer Franken, norwegische Kronen oder Australische Dollar?

Gabriel Hopmeier mahnt zur Vorsicht:
»Um das Risiko breit zu streuen, kann es sinnvoll sein, fünf bis zehn Prozent des Vermögens in Fremdwährungen wie Schweizer Franken oder norwegische Kronen anzulegen. Man sollte sich aber klarmachen, dass sich Währungsentwicklungen nicht seriös prognostizieren lassen. So schnell, wie die Kurse der Fremdwährungen steigen können, können sie auch wieder fallen. Das Gleiche gilt für Gold – immer nur in Maßen kaufen! Wenn man das Vermögen gut streut, sollte man auch Aktienindexfonds berücksichtigen. Und wer ein Darlehen abbezahlt, sollte so schnell wie möglich tilgen. Dieser Rat gilt immer, auch wenn gerade mal keine Krise ist.

Ich habe mein Geld auf einem Tagesgeldkonto angelegt, sodass ich jederzeit an die Ersparnisse herankomme. Ich habe mich für eine Direktbank im Internet entscheiden, weil es dort zumindest noch um die zweieinhalb Prozent Zinsen gibt. Ist mein Geld dort sicher?

Niels Nauhauser, Experte für Geldanlage bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, erklärt:
»Das Geld ist sicher, wenn die Bank der deutschen Einlagensicherung angehört. Falls die Bank pleitegeht, springt die Sicherungseinrichtung bis zu einer Summe von 100 000 Euro ein. Zwar kann niemand ausschließen, dass die eine oder andere Bank pleitegeht. Aber falls das passiert, haben Sie einen Rechtsanspruch gegen die Einlagensicherung.

Klar ist aber auch, dass deren Mittel bei ...

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