LTE-Funkloch stopfen

Susanne Ehmann

Von Susanne Ehmann

Do, 14. November 2019

Neuenburg

Stadt Neuenburg beteiligt sich an Aktion der Telekom.

NEUENBURG AM RHEIN (ehm). Die Stadt Neuenburg bewirbt sich um die Teilnahme an der Aktion "Wir jagen Funklöcher" der Deutschen Telekom. Das beschloss jüngst der Gemeinderat. Die Aktion richte sich an Kommunen, "die bisher beim Mobilfunk-Ausbau zu kurz gekommen sind", heißt es dazu auf der Webseite der Telekom. "Es gibt Gebiete, die aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht mir Mobilfunk versorgt werden können. Die Kosten für den Ausbau sind für uns dort zu hoch." Mit der aktuellen Aktion wolle man eine "neue Vorgehensweise" erproben, steht dort weiter, und den Kommunen die Möglichkeit geben, Teil der sonstigen Ausbauplanung des Unternehmens zu werden.

Eine Prüfung in Neuenburg habe ergeben, dass im Kernort und in den Ortsteilen teilweise über verschiedene Anbieter LTE empfangen werden kann, teilweise gibt es allerdings auch LTE-Funklöcher. Wegen der Nähe zu Frankreich konnte laut dem Regionalmanager der Telekom bisher kein LTE-Sendemast auf Neuenburger Gemarkung aufgestellt werden, hieß es in der Ratssitzung.

Als mögliche Standorte für den Funkmasten will die Stadtverwaltung den Feuerwehrturm und das Rathaus im Kernort, das Rathaus in Grißheim und Zienken und das Feuerwehrgebäude in Steinenstadt vorschlagen. Die Telekom würde dann einen davon auswählen. Ende Februar soll das Auswahlverfahren abgeschlossen sein.

Klappt es mit der Teilnahme Neuenburgs an der Aktion, darf die Telekom den Ausbau begleiten, dies beinhaltet etwa ein Interview mit dem Bürgermeister und Fotos des Ausbaus, die von der Telekom "intern und extern zur Berichterstattung in allen bekannten Medien" genutzt werden dürfen.

Sollte ein Nutzungsvertrag zustande kommen, dann zu den marktüblichen Bedingungen, das habe die Telekom bekräftigt, beantwortete Bürgermeister Joachim Schuster die Frage von Barbara Spinner-Burger (SPD). Das LTE sei dabei keine Vorstufe, sondern eine Ergänzung zum 5G-Netz, hieß es in der Sitzung auf die Frage von Christoph Ziel (FWN). Die Rollen würden sich durch die Aktion verschieben, kritisierte dessen Fraktionskollege Markus Strub. So trete die Telekom ihre Ausbaupflicht an die Kommunen ab. Er sehe die Aktion als geschicktes Marketing, "sonst würde die Telekom das nicht tun", sagte Strub. "Wenn es den Kunden dient, ist es ja in Ordnung", sagte der Bürgermeister.