Wird der Müll- zum Energieberg?

Sören Raschke

Von Sören Raschke

So, 21. April 2019

Neuenburg

Der Sonntag Badenova prüft Solaranlagen für Neuenburg.

In Neuenburg könnte auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie eine Photovoltaikanlage gebaut werden. Momentan werden die Möglichkeiten für das Umsetzen des Vorhabens geprüft. In Freiburg gibt es bereits seit 2010 ein ähnliches Solarkraftwerk auf dem Müllberg Eichelbuck. In Titisee-Neustadt hingegen wurde ein solches Projekt verworfen.

"Das gesamte Projekt befindet sich noch in der Ideen-, beziehungsweise Prüfphase", sagt Roland Weis, Pressesprecher des regionalen Energieversorgers Badenova, der als Juniorpartner die Machbarkeit prüft. Badenova würde im Falle einer Realisierung Bau und Betrieb der Anlage übernehmen. Technisch sei eine solche Anlage laut der Abfallwirtschaft des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald (ALB) umsetzbar. Nun müsse ein Bebauungsplan erstellt werden, um die Rechtslage zu klären. Ob das Vorhaben umgesetzt werde, hänge letzten Endes von der Wirtschaftlichkeit und vom Erhalt der noch zu beantragenden Genehmigung ab. Die ALB lässt die Rentabilität prüfen. Wer für Wartungskosten und Sicherung zuständig wäre, sei noch nicht geklärt.

Die Anlage soll eine Leistung von 0,75 Megawatt Peak haben. Aus Sicht der Stadt Neuenburg und der ALB bietet sich die 1996 geschlossene Kreismülldeponie als Fläche zur Stromerzeugung durch Photovoltaik an. Damit werde das Areal sinnvoll genutzt. Aus diesem Grund habe man nach keinem Alternativstandort gesucht. Ursprünglich sollte das Gelände mit Bäumen bepflanzt werden. Werden die Solaranlagen installiert, muss andernorts als Ausgleich für die Mülldeponie aufgeforstet werden.

Die Entscheidung soll noch im ersten Halbjahr 2019 erfolgen. Der Bau auf der Deponie könnte frühestens nach Abschluss der Rekultivierung Ende 2020 beginnen. Die ALB hat bereits Photovoltaik-Anlagen auf einigen ihrer Areale, beispielsweise auf den Lagerboxen der Breisgau Kompost in Müllheim. Auf der ehemaligen Mülldeponie in Freiburg Eichelbuck wird bereits seit 2010 mit einer Photovoltaikanlage Energie erzeugt. Laut dem Betreiber ASF Solar, einem Tochterunternehmen der Freiburger Abfallwirtschaft (ASF) und der Badenova, handelt es sich in Freiburg um die zweitgrößte Anlage Baden-Württembergs mit einer Leistung von 2,5 Megawatt Peak.

Auch dank der idealen Lage mit Hangneigung Richtung Südwesten rentiere sich die Anlage von Anfang an, sagt Michael Broglin, Geschäftsführer der ASF. In Titisee-Neustadt gab es ähnliche Überlegungen, die Fläche der ehemaligen Mülldeponie sinnvoll zu nutzen. Diese wurden jedoch wieder verworfen, da durch die Berge die Sonneneinstrahlung häufig verhindert wird.Sören Raschke