Neues Gerätehaus und neues Baugebiet

Michael Gottstein

Von Michael Gottstein

Mi, 15. September 2021

Murg

Murger Gemeinderat wird sich zusätzlich Gedanken machen, wie der Ortskern in Hänner künftig gestaltet werden kann.

. Ein lang gehegter Wunsch der Feuerwehr wird im Laufe der nächsten Jahre wohl in Erfüllung gehen, denn nach dem Willen des Murger Gemeinderates soll ein neues Gerätehaus für den Bereich Nord (die Abteilungen Oberhof und Hänner) im Zentrum Hänners entstehen. Daneben möchte die Gemeinde ein Baugebiet ausweisen und Überlegungen zur Ortskerngestaltung in die Planungen einbeziehen.

Nachdem das Thema in den Ortschaftsräten nichtöffentlich vorberaten worden war, stimmte der Rat am Montag dem Vorentwurfskonzept mehrheitlich zu. Ein Bebauungsplan wird aufgestellt und die Planung für das neue Gerätehaus vorangetrieben. "Das alles sind erst noch Entwürfe, wir stehen noch ganz am Anfang", meinte Bürgermeister Adrian Schmidle. Hingegen ist seit langer Zeit klar, dass die derzeitigen Feuerwehrhäuser in Oberhof und Hänner die Anforderungen kaum noch erfüllen.

Mögliche Standorte für ein neues Gerätehaus am südlichen Ortsrand von Hänner wurden untersucht, aber von der Verwaltung verworfen: Die Flächen liegen im Außenbereich, außerdem müssten die in Privateigentum befindlichen Grundstücke erworben werden, was sich als schwierig erweisen dürfte, und man müsste eine komplett neue Infrastruktur schaffen. Ins Visier geriet daher das gemeindeeigene Anwesen Landstraße 38, das neben dem alten Feuerwehrgerätehaus die Ortsverwaltung und Wohnungen beherbergt. Das Gebäude soll nun abgerissen werden. "Es ist sanierungsbedürftig, wir müssten eine Million Euro investieren, um es auf den aktuellen Stand zu bringen", so Schmidle. Er versprach, dass die Verwaltung die Mieter bei der Wohnungssuche unterstützen werde.

Hinter diesem Anwesen liegt eine Wiese, die im Flächennutzungsplan für eine Wohnbebauung vorgesehen ist und deren Eigentümer Interesse an einer Bebauung haben. Laut Architekt Ernesto Preiser könnten auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern etwa acht Einfamilienhäuser entstehen, und entlang der Kirchbergstraße seien auch Mehrgeschossbauten denkbar. Die Kosten für ein neues, zweigeschossiges Feuerwehrgerätehaus bezifferte er auf zweieinhalb Millionen Euro. Drei Stellplätze für Feuerwehrautos würden im Erdgeschoss untergebracht, daneben solle ein Übungsplatz entstehen. Im Obergeschoss könnte man die Ortsverwaltung unterbringen und die Ratssitzungen stattfinden lassen. Im Zuge der Planungen soll auch ein Ortskern entstehen, den sich das Dorf seit langem wünscht. Neben Pfarrhaus und Kirche befinden sich derzeit ein Spielplatz und eine Festwiese – deren Bestand wird gesichert.

Angelika Eckert (CDU), die als einzige gegen die Beschlussvorlage stimmte, äußerte Zweifel, ob die zweieinhalb Millionen Euro für das Feuerwehrgerätehaus ausreichen würden. Ihrer Ansicht nach sei der Standort Landstraße 38 besser für Wohnungen und einen Bürgertreff geeignet. Die Feuerwehr solle man besser am südlichen Ortsrand ansiedeln, wo sich ein Solarpark und ein Gewerbegebiet befinden. "Ein Gelände wird nicht verkauft, das andere Gelände wäre zu teuer – wir könnten neu verhandeln, aber dadurch würde sich das Projekt noch weiter verzögern", erwiderte Schmidle.

Ohne das neue Haus wäre der Ausrückebereich Nord irgendwann nicht mehr einsatzfähig, weil es zu wenig Feuerwehrleute gebe, so der Bürgermeister, worauf Angelika Eckert erwiderte: "Mit einem neuen Haus bekommt man nicht automatisch mehr Personal."

Ortsvorsteher Dieter Muck (FW) meinte: "Wir sollten heute Abend ein Signal setzen und abstimmen, denn Landstraße 38 ist der einzig mögliche Standort." Zusätzlich wünsche er sich einen Bürgertreff in der Ortsmitte. Laut Preiser wäre allerdings eine solche Begegnungsstätte kaum in das Gerätehaus zu integrieren. Auch Klaus Bossert (Grüne) und Georg Kirschbaum (SPD) befürworteten den Standort Landstraße 38 und die Pläne der Verwaltung. Um einen Bürgertreff zu planen, soll eine Kommission aus Ortschaftsräten, Vereinsvertretern und Bürgern einberufen werden.