Nur Eisenbichler kann sich freuen

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Von dpa

Mo, 08. Februar 2021

Skispringen

Der Bayer springt in Klingenthal auf Platz drei, Karl Geiger hingegen versinkt ausgerechnet vor der WM in einer Formkrise.

(dpa/BZ). Markus Eisenbichler jubelte so wild, dass er sich im Auslauf der riesigen Schanze von Klingenthal gleich noch in den Schnee legte. Der dritte Platz im Einzel war für den Bayern am Sonntag eine große Erleichterung. "Markus hat das wirklich gut gemacht. Wichtig ist, dass er zwei gute Sprünge gemacht hat. Das Ergebnis ist sekundär", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Eisenbichler war von seinen Sprüngen auf 138 und 141,5 Meter begeistert. "Es war echt gut heute. Ich bin einfach happy über diesen Tag. Ich kann heute zufrieden heimfahren", sagte der 29-Jährige, der schon im Auslauf den Sprung aufs "Trepperl" bejubelte. Das Wechselbad der Gefühle, das sich nach Rang neun am Samstag noch ziemlich frustrierend angefühlt hatte, kommentierte Eisenbichler so: "Es war heute mal wieder schön, gestern war es bescheiden." Dauerhaft ideal läuft es derzeit beim Norweger Halvor Egner Granerud, der seinen zehnten Saisonsieg einfuhr und wie in Willingen beide Einzel für sich entschied. Der Überflieger ist im Gesamtweltcup schon kaum mehr einzuholen. Das Podest komplettierte am Sonntag Bor Pavlovcic aus Slowenien, der einen Sprung auf 146 Meter schaffte und Zweiter wurde. Eisenbichlers Erfolgsrezept zum Abschluss des Wochenendes im Vogtland verriet er direkt im ZDF: "Ich habe einfach nicht viel nachgedacht. Dann vertraue ich auf mein Gefühl. Das macht schon ein bisschen mehr Spaß." Er sei mit den Gedanken ohnehin eher in der Heimat an diesem Winter-Sonntag, bekundete der dreifache Champion der Seefeld-WM von 2019.

Beim Vierschanzentournee-Zweiten Karl Geiger herrscht derweil Frust. Nachdem er seit Januar 2019 bei jeder Weltcup-Teilnahme punktete, verfehlte er in der Vogtland-Arena gleich zweimal den zweiten Durchgang. Auf Rang 32 folgte am Sonntag Rang 38. "Das war nix. Das System schließt sich nicht. Leider hab ich gestern ’ne zweijährige Serie gerissen, indem ich mal wieder ausgeschieden bin", konstatierte Geiger, der in diesem Winter nicht nur den Flug-WM-Titel geholt hat, sondern auch schon ein Einzelspringen bei der Tournee für sich entschied.

Eine Pause vor der WM in seinem Heimatort Oberstdorf plant Geiger trotzdem nicht, er will im polnischen Zakopane und im rumänischen Rasnov starten. "Ich habe nicht vor rauszugehen. Es ist nichts, wovor man weglaufen muss", sagte der Allgäuer. Er traue es sich trotz des Tiefs zu, auch mit Wettkämpfen wieder den Anschluss an die Weltspitze zu finden.

Eirin Maria Kvandal aus Norwegen stürzt schwer

Ein schwerer Sturz der jungen Norwegerin Eirin Maria Kvandal hat den Skisprung-Weltcup der Frauen im österreichischen Hinzenbach überschattet. Die 19-Jährige kam nach ihrem zweiten Sprung auf 88 Meter zu Fall, hielt sich das rechte Knie und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. Auf einer Trage wurde Kvandal, die in diesem Winter schon ein Weltcup-Springen gewonnen hat, aus dem coronabedingt leeren Skisprung-Stadion gebracht und in einen Krankenwagen befördert. Eine Diagnose stand zunächst aus. "Es ist immer ein Schock, wenn jemand stürzt. Das sah nicht so gut aus", sagte die Oberstdorfer Springerin Katharina Althaus. Der Sieg von Sara Takanashi geriet beim letzten von drei Einzelwettbewerben zur Nebensache. Die Japanerin sprang 89 und 92,5 Meter weit und landete damit vor Nika Kriznar (Slowenien) und Silje Opseth aus Norwegen.

Althaus belegte als beste Deutsche Rang sieben, auch für Anna Rupprecht (14.), Carina Vogt (16.) und Agnes Reisch (23.) gab es Weltcup-Punkte. Wie vor einer Woche in Titisee-Neustadt blieb das deutsche Team damit erneut hinter den Erwartungen zurück.