Acherner Urteil bestätigt

dvn

Von dvn

Sa, 14. September 2019

Ortenaukreis

Baden-Badener Landgericht zum Erdgas-Tankunglück.

ACHERN/BADEN-BADEN (dvn). Bei der juristische Aufarbeitung des Acherner Erdgas-Tankunglücks an Heiligabend 2018 hat das Landgericht Baden-Baden die Sichtweise des Amtsgerichts Achern bestätigt: Nach Erkenntnissen der Behörde hat der Fahrer des mit Erdgas betriebenen Audis seinerzeit keine Sprengstoffexplosion fahrlässig herbeigeführt.

Die Richter wiesen die Beschwerde der Staatsanwaltschaft Baden-Baden gegen das Acherner Amtsgericht zurück. Letzteres hatte am 27. Mai festgestellt, dass dem Fahrer des Unglücks-Audi kein fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen sei.

Wie aus der Begründung, die dieser Zeitung vorliegt, zu entnehmen ist, könne weder "die Haltereigenschaft des Angeschultigten noch eine von ihm objektive Sorgfaltspflichtverletzung und der erforderliche Pflichtwidrigkeitszusammenhang hinreichend sicher festgestellt werden". Der Fahrer habe den Audi nicht auf eigene Rechnung genutzt. Das Erdgas-Auto war ein Firmenfahrzeug eines Kehler Unternehmers, der in der Hauptverhandlung bezüglich der Haftungsfrage die Aussage verweigerte.

Zudem sei der Halter bei Erdgasautos nach jeder Reparatur zu einer umfangreichen Prüfung der Gasanlage verpflichtet. Dass Letztere durch den Vorschaden mutmaßlich defekt war, wurde weder von der Werkstatt noch von dem Gutachter festgestellt, sodass die obligatorische Prüfung der Anlage durch geschultes Personal nicht für erforderlich erachtet wurde. Dafür sei der Fahrer nicht verantwortlich.

Allerdings ist nach Erkenntnis des Landgerichts nicht zu belegen, ob der reparierte Vorschaden am Auto, insbesondere der Bruch der Druckbehälterabdeckung, tatsächlich zum Bersten des Tanks führte.