"Palästinenserisierung der Xinjiang-Frage"
Der Freiburger Sinologe René Trappel über die Unterdrückung der Uiguren und warum China daran nichts ändern wird.
Der Sonntag: Herr Trappel, die China-Cables-Berichte zeigen, wie brutal und in welchem Ausmaß Peking die Uiguren unterdrückt. Wie ist es möglich, dass dieses Vorgehen der Weltöffentlichkeit zuvor nur in Ansätzen bekannt war?
Es gibt schon längere Zeit Berichte über die Umerziehungs- oder Arbeitslager in der Provinz Xinjiang. Angefangen hat diese Entwicklung wohl 2016 mit der Entsendung eines neuen Parteisekretärs, der eine wesentlich härtere Linie als sein Vorgänger fährt. In China selbst wird die Internet-Kommunikation kontrolliert, es gibt kein Twitter und kein Facebook. Alle Informationen gehen meistens über das chinesische Äquivalent zu Facebook. Darüber Informationen zu verbreiten, ist gefährlich. Alles, was wir bislang zu Xinjiang wussten, stammte von Berichten von Angehörigen und Augenzeugen sowie Undercoverreportagen durch ausländische Journalisten. Was wir nicht haben, ist eine Möglichkeit zur objektiven Überprüfung. Medien haben nur ...