Umbrien/Eichstetten

Archäologen fahnden nach vergessenen Obstsorten

Julius Müller-Meiningen

Von Julius Müller-Meiningen

Fr, 28. Oktober 2016

Panorama

In den Hügeln Umbriens fahndet die Archäologin Isabella Dalla Ragione nach vergessenen Obstsorten – denn auch die waren oft nützlich und lecker .

Der Feldweg schlängelt sich bergan in den Wald. Nach ein paar Metern mahnt ein selbst gemaltes Schild den Ankömmling zur Nachsicht mit freilaufenden Hühnern. "Jagdverbot", liest man auf einem anderen. Zeichen natürlicher Vorherrschaft. Dann lichtet sich der Wald, ein weiter Blick tut sich auf: ein kleines Tal in den grünen Hügeln Umbriens, ein mit unzähligen Obstbäumen und Weinreben gefüllter Hang. Links die verwunschene Einsiedelei San Lorenzo dei Lerchi, und wo das Auge hinreicht, duftende Äpfel. Es ist still, der Wind weht in den herbstlich gefärbten Blättern.

Dann rauscht die silberhaarige Patronin über diesen paradiesischen, zwischen Florenz und Perugia gelegenen Flecken im Auto heran. Hier im oberen Tibertal regiert die Langsamkeit. Und doch ist Tempo für Isabella Dalla Ragione ein Faktor. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit", sagt sie und meint damit weniger den anstrengenden Alltag zwischen Bäumen, Früchten, Ernte und allerlei Anfragen, sondern ihr Lebenswerk, die Suche nach verlorenen Früchten.

"Obstjägerin" wurde die 59-Jährige schon genannt, im 2013 auf der Berlinale präsentierten Dokumentarfilm "The Fruit Hunters" ist sie eine Protagonistin. Die gelernte Agrarwissenschaftlerin empfindet sich jedoch weniger als Jägerin, das kriegerische Element des Terminus behagt ihr nicht, ebenso wenig das Etikett Sammlerin. "Mit Panini-Album hat das hier gar nichts zu tun", ...

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