Dashcam filmt Unfall mit Raser in München

guy, dpa

Von Patrick Guyton & dpa

Di, 19. November 2019

Panorama

Haftbefehl wegen Mordes.

MÜNCHEN (guy/dpa). Es waren erschütternde Szenen, die sich Polizei und Staatsanwaltschaft auf einem Video anschauen mussten: Ein Auto rast auf einer Straße in München in falscher Fahrtrichtung. Es schießt auf vier Jugendliche zu, erfasst einen. Der Geisterfahrer fährt weiter auf der Flucht vor der Polizei. Ein 14-Jähriger überlebt den Aufprall nicht, eine 16-Jährige wird schwer verletzt.

Ein Unbeteiligter hat am Freitagabend in München den Unfall mit einer Dashcam gefilmt. Eine Dashcam ist einer Videokamera, die Fahrer in ihren Autos installieren und das Geschehen auf der Straße filmen. "Solches Filmen ist zwar eine Ordnungswidrigkeit", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Anne Leiding, "aber wir haben ein ganz wichtiges Beweismittel." Man sehe darauf, "um welch hohe Geschwindigkeit es sich handelte". Nach Schätzungen der Polizei lag die Spitzengeschwindigkeit bei 100 bis 120 Stundenkilometern. Der 34-Jährige aus dem Raum Bad Tölz wurde in Haft genommen wegen des Verdachts auf Mord und mehrfachen Mordversuchen. Er schweigt. Leiding sieht die Merkmale der Heimtücke und niederer Beweggründe. Nach Polizeiangaben stand der Mann unter dem Einfluss von zwei Drogensubstanzen und habe nach Alkohol gerochen. Als mögliches Motiv für die Raserei auf einer sechsspurigen Durchgangsstraße nennen die Ermittler die Vorstrafen des Mannes. Wegen Drogenhandels war er zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt worden, die Bewährungszeit dauert noch an. Möglicherweise habe er deshalb fliehen wollen.