Bewegung

Die Reichsbürger: Was steckt hinter den nationalistischen Esoterikern?

Steve Przybilla

Von Steve Przybilla

Mi, 12. November 2014 um 14:15 Uhr

Panorama

Der Staat im Staate: Die Reichsbürger zahlen keine Steuern und drucken ihr eigenes Geld – bisher wurden sie belächelt. Aber sind die nationalistisch angehauchten Esoteriker gefährlich?

Der König von Wittenberg ist ein Fan klarer Worte. "Steuern sind nur dafür da, Sie zu steuern", sagt Peter Fitzek und blickt selbstbewusst in die Runde. Sein Hemd ist mit einer Krone bestickt, am Revers klemmt ein Mikrofon. Es ist Tag der offenen Tür im "Königreich Deutschland", und wie immer lässt Fitzek seine Rede filmen. Niemandem soll entgehen, was er anzubieten hat: kostenlose Gesundheitsvorsorge, sichere Rente, keine Steuern. Der Haken: Das Königreich Deutschland existiert allein in Fitzeks Kopf.

Vor zwei Jahren ließ sich der gelernte Koch zum Monarchen krönen. Die Zeremonie kann man noch heute im Internet anschauen: Fitzek trägt einen Pelzmantel, in der Hand hält er ein Schwert. Dann schwört er, Frieden in die Welt zu tragen und die "göttliche Ordnung" zu achten, während im Hintergrund schon die Krone bereitliegt. Mehrere Hundert Zuschauer verfolgten das Spektakel, das Fitzek auf dem Gelände eines leer stehenden Krankenhauses, dem heutigen "Staatsgebiet", inszenierte.

Dann eskalierte die Situation
Anfangs werden Fitzek und seine Jünger für ihren Pseudo-Staat belächelt. Die Wittenberger schmunzeln über die "Königliche Reichsbank", die in der Altstadt liegt und DVDs mit dem Titel "Die Kraft der Gedanken" vertreibt. Wer die anschaut, so das Versprechen, lernt Krankheiten durch bloße Willenskraft zu besiegen. Doch dann macht der ehemalige Betreiber eines Videothek ernst mit seinem Staat, beginnt eigene Ausweise, ...

BZ-Archiv-Artikel

Einfach registrieren und Sie können pro Monat 10 Artikel kostenlos online lesen - inklusive BZ-Plus-Artikel und BZ-Archiv-Artikel.

Gleich können Sie weiterlesen!

Exklusive Vorteile:

  • 10 Artikel pro Monat kostenlos
  • BZ-Plus-Artikel lesen
  • Online-Zugriff auf BZ-Archiv-Artikel
  • Qualitätsjournalismus aus Ihrer Heimat
  • An 18 Standorten in Südbaden – von 150 Redakteuren und 1500 freien Journalisten
  • Verwurzelt in der Region. Kritisch. Unabhängig.
  • Komfortable Anzeigenaufgabe und -verwaltung
  • Weitere Dienste wie z.B. Nutzung der Kommentarfunktion
  • Zugang zu mehreren Portalen der bz.medien: badische-zeitung.de, fudder.de und schnapp.de

* Pflichtfelder

Anmeldung

* Pflichtfelder

Meine BZ