Im Liebeswahn

Margot Delevaux

Von Margot Delevaux

Sa, 29. August 2015

Panorama

Ludivine leidet unter Erotomanie. Sie ist krank vor Liebe zu ihrem Professor. Doch es gibt ein Problem: Er will gar nichts von ihr wissen /.

L udivine dachte, sich gut zu kennen. Die Studentin aus Lyon hat bis heute immer das bekommen, was sie wollte. Sie ist eine gleichzeitig sanfte und wilde Schönheit, mit braunen Mandelaugen und einem kleinen üppigen Mund. Wenn man sie danach fragt, was sie bei ihrer Diagnose als Erstes dachte, lächelt sie verlegen. "Als ich das Wort Erotomanie zum ersten Mal von meinem Psychotherapeuten gehört habe, habe ich gesagt: Aber ich nehme doch gar kein Heroin!"

Ludivines Droge hat braune Haare und grüne Augen. Das ist es, was sie an diesem Mann liebt. Ein 38-Jähriger mit tiefer Stimme. Er hat ein leichtes Grübchen links unter seinen Lippen. Ludivine ist süchtig nach ihrem Professor in moderner Geschichte. Sie ist eine sehr gute Studentin, aber wenn er sie abfragt, vergisst sie alles. "Ich kenne die Antwort auf seine Fragen fast immer, aber seine Stimme bringt mich immer aus der Fassung. Ich starre auf seine Lippen und wage es nicht, in seine Augen zu sehen." Durch ihre Schüchternheit wird der Professor noch freundlicher zu ihr, als er es ohnehin schon ist. Seine Stimme nimmt einen sanften Ton an, sobald er sich an sie wendet. Dann entspannt sie sich wieder. So ist Ludivine überzeugt, dass es ihr Professor ist, der sie heimlich liebt. Ein typischer Fall von Erotomanie.

Als Erotomanie oder Liebeswahn wird die wahnhaft ausgeprägte, unwiderstehliche Liebe zu einer meist unerreichbaren Person bezeichnet. Es ist eine Obsession nach einer unerwiderten Liebe, eine paranoide Psychose aus der Kategorie der leidenschaftlichen Wahnvorstellungen. Der Erotoman ist zunächst ...

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