Skandal an Uniklinik Homburg

Kinderarzt soll übergriffig geworden sein

dpa

Von dpa

Mo, 24. Juni 2019 um 20:24 Uhr

Panorama

Ein inzwischen gestorbener Assistenzarzt hat am Universitätsklinikum des Saarlandes bis 2014 womöglich mehrere Kinder bei Untersuchungen sexuell missbraucht.

Es bestehe der Verdacht, dass er nicht medizinisch notwendige Untersuchungen im intimen Bereich an Kindern vorgenommen habe, sagte der Sprecher des Universitätsklinikums. Der Mediziner wurde 2014 entlassen. Ermittlungen gegen ihn wurden nach seinem Tod 2016 eingestellt.

Konkret gehe es um 34 Patienten, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken mit. Das Verfahren war ins Rollen gekommen, nachdem die Klinik 2014 Strafanzeige gegen den Mediziner gestellt hatte. Nach Informationen des ARD-Magazins Monitor war der Arzt von 2010 bis 2014 an der Klinik beschäftigt. Mögliche Opfer und deren Eltern seien über die Verdachtsfälle nicht informiert worden.

Im Zuge der Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft bei dem Arzt Datenträger mit Bilddateien sicher, die den sexuellen Missbrauch von Kindern zeigten. Die Aufnahmen seien außerhalb der Klinik ohne Bezug zu Untersuchungshandlungen entstanden, so der Sprecher. Hier seien drei Geschädigte ermittelt worden, zu denen Verfahren eingeleitet wurden.

Bei diesen Kindern seien die Eltern informiert worden. Die Eltern der in der Klinik behandelten Kinder wurden nicht informiert: Dafür habe es keine rechtliche Grundlage gegeben. Nach den Vorschriften wäre dafür Voraussetzung gewesen, dass die Kinder den Status "Verletzte" gehabt hätten. "Das war nicht der Fall."