Interview

Kriminalpsychologe über den Serienmörder Manfred Seel

Michael Saurer

Von Michael Saurer

Sa, 28. Mai 2016 um 00:00 Uhr

Panorama

Die Taten des mutmaßlichen Serienmörders Manfred Seel erschrecken die Republik. Über Jahrzehnte hinweg tötete er Frauen und schnitt den Leichen bestimmte Körperteile ab.

Wie die Taten einzuordnen sind, darüber sprach Michael Saurer mit dem Kriminalpsychologen Helmut Kury.

BZ: Herr Kury, wie überrascht waren Sie, von den Taten Manfred Seels zu hören?

Kury: Das ist schon eine besondere Qualität von Straftaten, wie es sie in der Geschichte der Bundesrepublik nur sehr selten gegeben hat. Mich hat aber vor allem erstaunt, dass es so lange gedauert hat, bis sie entdeckt wurden. Die ersten Morde waren ja wohl schon in den 70er Jahren – aber hätte man nicht nach seinem Tod die Fässer mit den Leichenteilen gefunden, hätte man von den Taten vielleicht nie erfahren.

BZ: Warum überrascht Sie das?

Kury: Prinzipiell geht man in der Kriminologie davon aus, dass das sogenannte Dunkelfeld – also der Bereich von Straftaten, der unentdeckt bleibt – sehr groß ist. Selbst bei Morden vermuten wir, dass gut die Hälfte der Delikte ungesühnt bleibt. In ...

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