Darmstadt

Prozess gibt schaurige Einblicke in die Kinderporno-Szene

Petra Kistler

Von Petra Kistler

Mi, 03. November 2010 um 09:26 Uhr

Panorama

Schrecken aus dem Zauberwald: Der Prozess gegen neun mutmaßliche Verantwortliche eines Kinderpornorings gibt Einblicke in eine Szene, die sich strikt abschottet .

Die Männer stammen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und Regionen Deutschlands: ein promovierter Geophysiker aus Bremerhaven, ein Förderschüler aus Westfalen, ein Speditionskaufmann aus dem hessischen Wald-Michelbach, ein Oberfeldwebel aus Schwerin, ein Ex-Stasi-Mitarbeiter und Pfadfinderführer aus Sachsen. Sie kennen sich nur als "Lumpi", "Maria", "Waldmeister" oder "Sunshine Kids"; Tarnnamen, die sie sich fürs Internet gegeben haben.

Im richtigen Leben wären sie sich wohl nie begegnet. Seit Ende September sitzen sie gemeinsam auf der Anklagebank im Darmstädter Landgericht. Die neun Männer im Alter zwischen 31 und 58 Jahren sollen die Drahtzieher des größten deutschen Kinderpornorings gewesen sein. Sie sind angeklagt, zwischen 2006 und 2009 in eigens dafür geschaffenen und speziell abgeschotteten Internetforen unzählige Bilder und Filme getauscht zu haben, die den sexuellen Missbrauch von Kindern dokumentieren. Zwei Männer werden zudem beschuldigt, sich dutzendfach an Kindern vergangen zu haben.

Die ungeheuere Datenmenge – mehr als hunderttausend Dateien mit Kinderpornografie wurden bei ihnen sichergestellt –, und ihre technisch überaus versierte Arbeitsweise sind Neuland für die Justiz in Deutschland.

Die Treffpunkte der Pädophilen im Netz nannten sich "Zauberwald" und "Sonneninsel". Nette Namen, wie ihn auch Kindertagesstätten tragen. Doch die Bilder, Videos und Erzählungen, die dort zu finden waren, sind alles andere als harmlos. Sie zeigen den Missbrauch von Jungen und Mädchen, zahlreiche Säuglinge und Kleinkinder sind darunter.

Wer Kinderpornos will, muss

neues Material liefern.

In den "Zauberwald" ...

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