Abbalgstation in Rastatt

Pelze aus heimischer Jagd sind gefragt – auch bei Fasnachtsvereinen

dpa

Von dpa

Mo, 18. Februar 2019 um 08:13 Uhr

Südwest

Beim Pilotprojekt "Fellwechsel" können Jäger erlegte Tiere abgeben. Das soll verhindern, dass die Felle weggeschmissen werden. Die Pelze sind laut einer ersten Bilanz begehrt.

Das bundesweit einmalige Pilotprojekt "Fellwechsel", bei dem Felle aus heimischer Jagd verarbeitet statt weggeschmissen werden, läuft nach Angaben der Betreiber hervorragend. Bundesweit sei die Zahl der Stationen, in denen Jäger erlegte Tiere abgeben können, stark gewachsen – von rund 260 im Juli vergangenen Jahres auf fast 700, berichtete Frederic Daniels. Als Leiter der Abbalgstation in Rastatt in Baden-Württemberg sammelt er zum Ende der laufenden Jagdsaison derzeit die abgegebenen Tierkörper ein. In Rastatt werden die Tiere "abgebalgt", ihnen wird also das Fell abgezogen. Die Felle werden zum Gerben gegeben und dann weiter vertrieben.

Daniels rechnet damit, dass er in diesem Jahr rund 10 000 Füchse, Marder, Marderhunde, Nutrias oder Waschbären an den Abgabestellen einsammeln kann. Jäger können die Tierkörper dort gegen ein Entgelt abgeben, bevor sie nach Rastatt geholt werden. Die Abbalgstation hatte im Sommer 2018 den Betrieb aufgenommen.

Der Vertrieb der Pelze sei gut in Gang gekommen, sagte Daniels. Viele Privatkunden bestellten Muffe, Nierenwärmer oder Fellherz-Schlüsselanhänger, von denen Hunderte verkauft worden seien. Auch Fasnachtsvereine hätten großes Interesse – etwa an Fuchsschweifen. Außerdem gebe es erste Bestellungen von Pelzherstellern sowie einige größere Kunden. "Man spürt, dass der Endverbraucher sehr gezielt Ware sucht, die aus der Jagd und nicht aus qualvoller Züchtung stammt", sagte Daniels. Bis sich "Fellwechsel" rechne, werde es aber noch dauern. Das Projekt war vom Deutschen Jagdverband ins Leben gerufen worden.