Platz für Gewerbebetriebe

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Do, 14. November 2019

Grafenhausen

Grafenhausen möchte betriebliche Ansiedlungen auf 4,4 Hektar ermöglichen.

GRAFENHAUSEN. Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes Gewerbegebiet "Morgenweide" werden neue Flächen zur weiteren Ansiedelung von Betrieben in Grafenhausen möglich. Weil innerhalb der Gemeinde keine Gewerbeflächen mehr zur Verfügung stehen, stimmte der Gemeinderat den Erweiterungsplänen mit einer Größe von 4,4 Hektar Fläche einstimmig zu.

Mehr Gewerbefläche
Innerhalb von Grafenhausen stehen quasi keine Gewerbeflächen mehr zur Verfügung. Aufgrund der positiven gewerblichen Entwicklung und einer zunehmenden Nachfrage nach Grundstücken wurde von der Gemeinde ein "dringender Bedarf" erkannt, neue Gewerbeflächen auszuweisen. Mit der 2. punktuellen Änderung des Flächennutzungsplans (wirksam seit 1998) wurde östlich der Gewerbestraße das neue "Industriegebiet Signauer Schachen" aufgenommen. Inzwischen ist dieses Gebiet nahezu vollständig bebaut. Um eine weitere Ansiedelung von Industrie und Gewerbe zu ermöglichen, soll westlich der bestehenden Fläche ein Bebauungsplan erstellt werden. Das 4,4 Hektar große Gelände ist auch in der Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Damit aber ein Bebauungsplan entwickelt werden kann, muss der FNP fortgeschrieben werden. Diese punktuelle Änderung wurde nötig, weil eine Neufassung vom Gemeindeverwaltungsverband Oberes Schlüchttal erst in zwei Jahren in Angriff genommen werden soll. Die Kosten liegen bei rund 12 000 Euro (Stadtplanungsbüro und Landschaftsplaner) und werden von der Gemeinde Grafenhausen getragen.

Maschendraht wird abgelehnt
Nach den Bauvorschriften wird das Erstellen von Zäunen bis zu einer Höhe von 80 Zentimetern zulässig sein. Gemeinderat Burkhard Sauer (CDU) regte an, die Höhe wie im bestehenden Gewerbegebiet zuzulassen. Es gebe Betriebe, die einen Zaun auch aus Sicherheitsgründen aufstellen. Wie Planer Stefan Läufer informierte, sollte insbesondere zur Straße hin bei Ein- und Ausfahrten die geringe Höhe zugunsten der Sichtfreiheit aufgenommen werden. In anderen Bereichen des Gewerbebetriebes seien höhere Einzäunungen bis 180 Zentimeter möglich. Clemens Rosa (CDU) wünschte die Streichung des Begriffs Maschendraht und sprach sich für hochwertige Einzäunungen aus. Nicht nur Barbara Bohl (FW), auch Burkhard Sauer sprachen sich gegen das Anpflanzen von Nadelgehölzen aus – beide plädierten für heimische Laubgehölze. Nach Meinung von Peter Morath (FW) sollte auf die Pflanzung großwüchsiger Laubbäume verzichtet werden, da auch diese zu Problemen führen könnten. Ebenso sollten Koniferen oder Thuja bei Einfriedungen ausgeschlossen werden. Mit aufgenommen wurde, dass Freiflächen im Gewerbegebiet gärtnerisch anzulegen sind, wobei die in Mode gekommenen Steingärten ausgeschlossen werden sollen.

Dächer begrünen
Kritische Stimmen gab es zu den vorgeschriebenen Dachbegrünungen, die als Ausgleichsmaßnahmen einkalkuliert wurden. "Gegenüber der ausgeräumten Agrarlandschaft ergibt sich durch die Fixierung von grünplanerischen Festsetzungen die Möglichkeit, neue Habitate zu schaffen und Tierarten einen geeigneten Lebensraum zu schaffen", heißt es im Vorentwurf zum Umweltbericht, ausgearbeitet vom Büro Kunz GalaPlan. Hochwertige Landschaftselemente in Randbereichen wie Feldgehölze, Feuchtgebiete oder Magerrasenflächen werden planerisch aufgenommen. Die Hecke unterhalb der Hochspannungsleitung, die in einer zehn Meter breiten Ausgleichsmaßnahme angelegt wurde, soll von dem neuen Gewerbegebiet nicht berührt werden. Erlaubt wird auf den Gewerbegrundstücken unterhalb der Stromtrasse die Möglichkeit, beispielsweise Lagerflächen einzurichten. Eine Bebauung ist nicht zulässig.