Doch Wildschweine am Werk?

Lena Marie Jörger

Von Lena Marie Jörger

Mi, 10. Juli 2019

Kappel-Grafenhausen

Verschwundene Orchideen: Indizien deuten auf Tiere hin.

KAPPEL-GRAFENHAUSEN. Die Polizei hat ihr vorläufiges Ermittlungsergebnis im Zusammenhang mit den verschwundenen Orchideenknollen im Taubergießen veröffentlicht. Demnach gibt es Indizien dafür, dass Wildschweine am Werk waren.

An einem frisch ausgehobenen Loch wurden DNA-Spuren sichergestellt. Sie stammen laut Polizei eindeutig von einem Schwein. Außerdem stellten die Ermittler der Kriminalpolizei Offenburg fest, dass Spuren, die sie zuvor auf den Einsatz von Schaufeln zurückgeführt hatten, auch von Wildschweinen kommen könnten. Ein weiteres Indiz für die Ermittler: Sie fanden Grabungsspuren, Orchideenknollen und Stängel an Stellen, an denen zuvor Wildschweine gesichtet worden waren. Eine konkrete Spur, die auf Menschen als Täter hindeutet, hat sich aus den Ermittlungen nicht ergeben, betont ein Polizeisprecher am Dienstagnachmittag.

Anfang Mai waren etwa 3000 Knollen von Spinnen- und Hummel-Orchideen ausgegraben worden (die BZ berichtete). Seither gab es auch Hinweise auf weitere Taten. Naturschützer gehen davon aus, dass zumindest ein Teil der seltenen und geschützten Orchideen von Menschen ausgegraben und mitgenommen wurden. Dafür spricht aus ihrer Sicht zum Beispiel, dass teilweise nur eine bestimmte Sorte ausgegraben wurde.

Das Polizeipräsidium in Offenburg hielt sich bislang mit Aussagen zu den Ermittlungen im Fall der verschwundenen Orchideen zurück. Auf Anfrage hieß es stets, es werde "in alle Richtungen ermittelt".