Baden-Baden

Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs gegen THW-Jugendbetreuer

dpa

Von dpa

Mi, 10. Juli 2019 um 11:49 Uhr

Südwest

Kinder besuchen die Nachwuchsgruppen des THW in Baden-Baden, um Gemeinschaft zu erleben und den Umgang mit Technik zu lernen. Dort sollen sie von einem Betreuer sexuell missbraucht worden sein.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Mann, der als Jugendbetreuer des Technischen Hilfswerks (THW) in Baden-Baden mehrere Kinder missbraucht haben soll. Der Verdächtige habe bei der Kriminalpolizei ein Geständnis abgelegt, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Er soll zwischen März und Dezember 2018 elf Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren entweder sexuell missbraucht oder versucht, dies zu tun, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Zuerst hatten der "Stern" und das "Badische Tagblatt" über den Fall berichtet.

Der Verdächtige habe ehrenamtlich Kindergruppen des THW betreut. Die Taten seien bekannt geworden, als sich ein Junge seinen Eltern offenbarte und diese die Polizei informierten. Die Ermittlungen laufen seit Dezember 2018. Weitere Einzelheiten teilte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht mit.

Taten sollen sich auf dem Übungsgelände ereignet haben

Ein Sprecher des THW-Landesverbandes Baden-Württemberg sagte, der Mann sei nach den Anzeigen sofort suspendiert worden. Man habe ihm Hausverbot erteilt, inzwischen sei der Mann nicht mehr Mitglied des THW. Nach Angaben des THW-Ortsbeauftragten Michael Claus hat der Ortsverband etwa 50 aktive Mitglieder. Rund 20 Kinder und Jugendliche werden in zwei Gruppen betreut. Der Verdächtige sei früher selbst Mitglied der Jugendgruppe gewesen. Jeder Jugendbetreuer müsse ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Medienberichten zufolge befindet sich der Verdächtige auf freiem Fuß. Ein Gutachter untersuche die Schuldfähigkeit des Mannes. Die Taten sollen sich auf dem Übungsgelände des THW in Baden-Baden ereignet haben, berichtete das "Badische Tagblatt". Dem "Stern-Bericht" zufolge soll der Mann die Kinder während Veranstaltungen von dem Rest der Gruppe getrennt haben und mit ihnen in einen Keller gegangen sein.