Einsatz in Auggen

Nach Brand in Hotelruine: Polizei geht von Brandstiftung aus

Volker Münch, bz

Von Volker Münch & BZ-Redaktion

Fr, 12. Juli 2019 um 16:55 Uhr

Auggen

Das Erdgeschoss des ehemaligen Hotels Lettenbuck im Ortsteil Hach stand am Donnerstag gegen 23 Uhr größtenteils in Flammen. Die Polizei geht nun von Brandstiftung aus.

In dem ehemalige Hotel am Ortsrand, das seit einigen Jahren geschlossen ist und im Begriff ist zu verfallen, ist am Donnerstagabend ein Feuer im ehemaligen Gastraum ausgebrochen, einem recht großen Raum. Das Feuer hat sich dann in das Geschoss darüber ausgebreitet. Das ganze dreistöckige Gebäude war jedoch verraucht. So berichtete Dominik Kittler, Kommandant der Auggener Feuerwehr.

Am Freitagabend erklärte die Polizei, dass sie von Brandstiftung ausgehen müsse. "Schon in der Vergangenheit wurde die Hotelruine immer wieder als Treffpunkt und Abenteuerspielplatz von Jugendlichen genutzt. Anwohner hatten zum Zeitpunkt des Brandausbruchs Jugendliche im näheren Bereich gesehen und gehört", schreibt sie in einer Pressemitteilung. Außerdem sei ein Auto aus Richtung Hotel weggefahren.

Ein technischer Defekt als Brandursache scheidet aus jetziger Sicht der Polizei aus.
Das Polizeirevier Müllheim (Tel. 07631/17880) sucht Zeugen und Anwohner, die Hinweise zur Brandnacht geben oder Angaben zu Personen machen können, die sich auf dem Gelände der Hotelruine aufhalten oder in der Vergangenheit aufgehalten haben.

Das alte Hotel wird immer wieder von Unbekannten als Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Anwohner wollten Hilferufe wahrgenommen haben, sodass Einsatzleiter Dominik Kittler und sein Müllheimer Kollege Michael Stöcklin davon ausgingen, es könnten noch Personen in dem Gebäude sein und in Lebensgefahr schweben.

Im Einsatz waren 20 Auggener Feuerwehrleute und 18 aus Müllheim. Außerdem waren vier Polizisten und vier Leute vom Rettungsdienst vor Ort.

Wasser aus dem Hydraten reicht nicht

Während Atemschutzgeräteträger der Auggener Wehr über die Nordostseite zum Brandherd vorgingen, bekämpften Müllheimer Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz die herausschlagenden Flammen. Schwierig gestaltete sich die Wasserversorgung: Die Auggener Wehr musste vom Bereich der Winzergenossenschaft eine Schlauchleitung verlegen, nachdem der Hydrant aus dem Hacher Ortsnetz nicht ausreichend Wasser förderte. Zur Überbrückung wurde das Müllheimer Großraumlöschfahrzeug TLF 24/50 mit 5000 Liter Wasser an Bord eingesetzt.

Knapp eine Stunde nach Einsatzbeginn konnten die Wehren melden, dass das Feuer aus sei. Allerdings mussten immer wieder Glutnester bekämpft werden. Weil Auggens Einsatzleiter Dominik Kittler wegen der gemeldeten Hilferufe noch Personen in dem Gebäude vermutete, wurden nun sämtliche Räume systematisch von weiteren Atemschutzgerätetrupps abgesucht.

Verschachtelte Räume erschweren die Suche

Die Durchsuchung des Gebäudes gestaltete sich wegen der verschachtelten Bauweise allerdings schwierig. Am Ende konnte keine Person gefunden werden. Während des Einsatzes standen der Notarzt und der Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes in Bereitschaft.

Beamte des Müllheimer Polizeireviers sicherten die Einsatzstelle und dokumentierten den Einsatz. Am Ende des Löscheinsatzes wurde das heruntergekommene Gebäude bis zur Klärung der Brandursache beschlagnahmt. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Grozinger lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen vor Ort und stellte fest: "Die Einsatzkräfte hatten die Lage schnell im Griff." An die Einsatzstelle eilte auch Bürgermeisterstellvertreterin Sabine Baßler und ließ sich vom Auggener Feuerwehrkommandanten über die Situation informieren.

Gegen ein Uhr lösten sich die Müllheimer Feuerwehrleute aus dem Einsatzgeschehen wieder aus, die Auggener Wehr übernahm die weitere Brandwache. . Der Gesamtschaden wird von der Polizei im niederen sechstelligen Bereich vermutet. Das Polizeirevier Müllheim hat die Ermittlungen zur Ursache des Brandes aufgenommen.

Schon vor zweieinhalb Monaten musste die Feuerwehr Auggen zu dem alten Hotelareal ausrücken, nachdem Unbekannte ein altes Auto unter dem Vordach des Gebäudes in Brand gesteckt hatten.