Auf Fahrt mit Last und Haken

Holger Holzer (SP-X)

Von Holger Holzer (SP-X)

Sa, 08. Juni 2019

Auto & Mobilität

BZ-RATGEBER: Wer mit dem Auto und einem Anhänger unterwegs ist, sollte bestimmte Regeln beachten.

Auch der größte Auto-Kofferraum kommt irgendwann an seine Grenzen. Dann hilft nur noch ein Anhänger. Auch Camper machen aus ihrem Pkw regelmäßig ein Gespann. Das Fahren ist jedoch nicht immer so einfach, wie es aussieht. Und auch schon vor Fahrtantritt ist es besser, einige Regeln zu beachten.

Vor dem Start ist das Sichern der Ladung wichtig. Auch kleine und leichte Teile müssen festgeschnallt oder durch eine Plane oder Netz gesichert werden, damit sie nicht gefährliche Geschosse werden.

Schweres Ladegut immer in der Nähe der Achsen platzieren, wo es am wenigsten negative Auswirkungen auf die Fahrstabilität des Anhängers hat. Zu beachten ist auch, dass der Kofferraum des Zugfahrzeugs nicht schwer beladen wird, da sonst unter Umständen das Heck zu stark in die Knie geht und der Anhänger nicht mehr sicher auf der Kupplung sitzt.

Wer nicht weiß, wie viel sein Pkw ziehen kann oder an den Haken nehmen darf, dem hilft ein Blick in die Fahrzeugpapiere. Es sind bei der Nutzung eines Anhängers zwei Werte zu beachten: die Anhängelast und die Stützlast. Die höchste zulässige Anhängelast ist das größte tatsächliche Gewicht eines an ein Kraftfahrzeug anzukuppelnden Anhängers, mit dem das Kraftfahrzeug in Betrieb genommen werden darf. Die Stützlast ist das Gewicht, mit der der Anhänger auf die Anhängekupplung des Zugfahrzeugs drückt. Als Anhaltspunkt, ob alles in Ordnung ist, dient ein Blick auf die Seitenansicht des Gespanns. Beide Komponenten müssen im beladenen Zustand eine gerade Linie bilden. Ist ein Knick zu sehen, gerät das Gespann leicht ins Schleudern und der Bremsweg verlängert sich. Damit Auto und Hänger sicher zusammenhalten, muss der Anhänger mit mindestens vier Prozent seines Gesamtgewichts und mindestens 25 Kilo auf die Kupplung drücken, wie der Tüv Süd erklärt.

Besondere Vorsicht ist während der Fahrt geboten. Da der Hänger ausschwenken kann, müssen Kurven mit Bedacht angegangen und meist im größeren Radius gefahren werden. Der Bremsweg wächst deutlich, so dass sich ein besonders großer Abstand zum Vordermann empfiehlt. Auch die Seitenwindempfindlichkeit nimmt bei Anhängern mit Aufbau stark zu.

Wer es mit dem Anhänger eilig hat, besorgt sich für sein Gespann eine Tempo-100-Genehmigung bei der Kfz-Zulassungsstelle. Damit darf man dann, statt der üblichen 80 km/h, mit bis zu 100 km/h fahren. Dafür muss das Fahrzeug jedoch unter anderem über ABS verfügen und Reifen nutzen, die weniger als sechs Jahre alt sind.

Viele neuere Autos verfügen zudem über elektrische Helfer, die das Fahren mit Gespann leichter machen. Zum Beispiel eine Rückfahrkamera, die beim Ankuppeln praktisch ist. Auch Gespann-Stabilisierungssysteme und eine Berganfahrtshilfe sind dabei ein Sicherheitsgewinn.