Der kleine Säbelzahnlöwe

Peter Maahn (SP-X)

Von Peter Maahn (SP-X)

Sa, 30. November 2019

Auto & Mobilität

NEUVORSTELLUNG: Peugeot 208.

Der neue Peugeot 208 glänzt mit frischer Optik, bietet diverse Assistenzsysteme und punktet mit niedrigen Verbrauchswerten. Sogar eine rein elektrische Version mit 340 Kilometer Reichweite ist im Angebot.

Die Pariser Blechkünstler zeigten Mut und spendierten dem Kleinwagen ein freches Design. Besonders auffallend bei der Löwenmarke sind dabei die senkrecht nach unten ragenden Tagfahrlichter im Säbelzahntiger-Look. Im Cockpit fällt der Blick über das kleine, oben und unten abgeflachte Lenkrad auf das digitale Cockpit, das schon aus anderen Peugeot-Modellen bekannt ist.

Keine Überraschung bietet das Angebot unter der Haube, wenn man von dem vollelektrischen e-208 absieht, der die Modellreihe ergänzt. Weitgehend bekannt sind die 1,2-Liter-Dreizylinder, die es in drei Leistungsstufen von 55 kW/75 PS bis zu 96 kW/131 PS gibt. In der Preisliste findet sich außerdem noch ein Vierzylinder-Diesel mit 75 kW/102 PS. Als Verbrauchswerte nach NEFZ werden 3,2 bis 4,4 Liter auf 100 Kilometer angegeben. Die Preise beginnen bei 15 490 Euro, nicht gerade ein Sonderangebot in der Kleinwagenklasse, die man bislang noch mit Einstiegspreisen von 10- bis 12 000 Euro verbunden hatte. Immerhin sind dann bereits Klimaanlage und eine Reihe von Assistenten an Bord, die anderswo aufpreispflichtig wären. Bei 30 450 Euro startet die Elektroversion.

Nach Druck auf den Startknopf meldet sich unser 208 mit dem 101-PS-Motor. Geschaltet wird per Hand, mit den rund 1,2 Tonnen kommt er locker zurecht.

Dabei meistert der 4,06 lange Kleinwagen schnelle Richtungswechsel, zeigt kaum Kurvenneigung und dämpft übliche Unebenheiten im Normalbetrieb ordentlich weg. Dabei zieht er eine sportliche Härte dem Sänftencharakter früherer Tage vor.

Bei den Themen Lenkung und Bremsen haben die Ingenieure ebenfalls eine glückliche Hand bewiesen. Um den Fahrer bei seiner Arbeit zu unterstützen, packten sie ein ganzes Arsenal von elektronischen Helferlein in den Wagen und in die Ausstattungsliste.

Obwohl er gegenüber dem Vorgänger um gut zehn Zentimeter an Länge zugelegt hat, geht es auf den Rücksitzen doch recht eng zu, wenn es sich langbeinige Menschen vorne bequem gemacht haben. Dem Design geschuldet ist wohl auch die überraschende Tatsache, dass der Neuling im Kofferraum 20 Liter weniger einladen kann als bisher. Im Alltag wird das aber sicher weniger auffallen, da wir es schließlich nicht mit einem Reisemobil für Familien zu tun haben.

Unterm Strich hat der neue 208 das Potenzial zum Erfolgsmodell, verbindet angemessenen Fahrspaß mit neuzeitlicher Vernunft zur Bescheidenheit unter der Haube.