Schräger Chic

SP-X

Von SP-X

Sa, 22. Juni 2019

Auto & Mobilität

NEUVORSTELLUNG: Porsche Cayenne Coupé.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch Porsche auf den SUV-Coupé-Zug aufspringt und mit einem abgeflachten Cayenne zum Konter gegen BMW X6, Mercedes GLE Coupé oder Audi Q8 ausholt. Schließlich verdient der Zuffenhausener Sportwagenbauer das meiste Geld schon lange nicht mehr mit flachen Zweitürern, sondern lockt mit Cayenne, Macan und Panamera.

Mindestens 83 711 Euro werden dafür fällig, also ein paar Tausender mehr als für den normalen Cayenne. Was man dafür bekommt? Zunächst einen SUV, der optisch gewonnen hat. Serienmäßig ist überdies ein über zwei Quadratmeter großes Glasdach von Holm zu Holm verbaut, ohne störenden Rahmen; alternativ gibt’s im Leichtbau-Sport-Paket zusammen mit Retro-Sitzen im Pepita-Look auch ein Carbon-Dach, das die Kopffreiheit ein bisschen vergrößert und 21 Kilogramm weniger wiegt.

Beides fällt nicht wirklich ins Gewicht: So oder so wiegt der schräge Cayenne weit über zwei Tonnen und auch mit dem Glasdach sitzen zumindest durchschnittsgroße Fahrgäste auf der Rückbank kommod. Die hat Porsche der Möglichkeit zur Längsverstellung beraubt, so ließ sich das serienmäßig zweisitzige Fauteuil drei Zentimeter tiefer installieren. Geblieben ist die Neigungsverstellung der Lehnen, und ohne Aufpreis gibt’s statt dem Ablageflach in der Mitte auch einen dritten Sitz. Dass sich das flache Dach auch auf den Kofferraum auswirkt, ist klar. So muss man auf rund 150 Liter Stauraum verzichten, kann aber immer noch reichliche 625 bis 1540 Liter hinter die elektrisch auf- und zuschwingende Klappe packen. Ladung, die wie bei Porsche üblich, gut gesichert werden sollte. Denn egal ob SUV-Coupé oder reinrassiger Sportwagen, in Sachen Fahrdynamik macht den Zuffenhausenern so schnell keiner was vor.

Womit wir bei der Frage sind: Wie viel Power braucht das Coupé? Dass 250 kW/340 PS oder 324 kW/440 PS, die beide einem aufgeladenen V6-Benziner entspringen, genügen, steht außer Frage. Noch mehr freilich hat der V8 zu bieten: 404 kW/550 PS und 770 Newtonmeter Drehmoment, 3,7 Sekunden für den Standardsprint wirken fast schon unheimlich. Dass ein solches Auto kein Kostverächter ist, versteht sich dabei von selbst: Zwischen 9,3 und 11,4 Liter auf 100 Kilometer lauten die Normwerte, die wohl selten Praxiswerte sind. Nicht zufällig wohl gibt es als ein Extra einen 90-Liter-Tank anstelle der serienmäßigen 75. Einen Selbstzünder sucht man vergebens, er ist der Diesel-Krise zum Opfer gefallen.

Umfangreich ist die Serienausstattung mit 20-Zöllern, elektrisch einstellbaren Sitzen, Online-Infotainmentsystem, USB-C-Anschlüssen, LED-Licht und vielem mehr durchaus. Doch mit Wankstabilisierung, Luftfederung und anderem stehen zahlreiche Extras bereit, die den Preis zumindest des Achtzylinders auch auf 200 000 Euro treiben können.