Rauchen

Warum der Zigarettenanzünder im Auto zum Auslaufmodell wird

Thomas Geiger

Von Thomas Geiger (dpa)

Mi, 15. Mai 2019 um 10:50 Uhr

Auto & Mobilität

Ein Klassiker verschwindet: Vom Zigarettenanzünder im Auto bleibt meist nur noch die die Steckdose. Denn Rauchen am Steuer ist von der Selbstverständlichkeit zum Sonderfall geworden.

Die Zeiten der Zigarette im Auto gehen zusehends zu Ende – mit Folgen für die Ausstattung der Fahrzeuge. Der Aschenbecher im Auto wird zum Auslaufmodell. Und auch für den Zigarettenanzünder mit der klassischen Glühspirale verlangen viele Hersteller inzwischen einen Aufpreis. Denn Rauchen am Steuer ist von der Selbstverständlichkeit zum Sonderfall geworden.

Doch zumindest die Hälfte des Zigarettenanzünders ist erhalten geblieben: die 12-Volt-Steckdose. Schließlich kann man die Schnittstelle zum Bordnetz nicht nur für Glimmstängel nutzen. Im Zubehörhandel gibt es Hunderte mehr oder minder sinnvolle, praktische und teure Gimmicks, die alle über diesen Anschluss betrieben werden. Das Angebot reicht von Werkzeugen und Pflegegerätschaften wie dem kleinen Schrauber oder dem Staubsauger für das Auto bis hin zu Pannenhelfern wie Warn- und Arbeitsleuchten. Hinzu kommen die oft auch von den Herstellern anstelle des Ersatzrades ins Auto gelegten Luftpumpen, mit denen man platte Reifen wieder auf Druck bringen kann.

Es gibt auch Zubehör, mit dem man die Fahrt etwas komfortabler machen kann: Lüfter, Ventilatoren und Heizungen zum Beispiel. Oder Wärmematten als einfache Nachrüstlösung für eine Sitzheizung. Und wer die entlang der Autobahnen angebotenen Heißgetränke leid ist, kann vom Wasserkocher bis zur Espressomaschine in den 12-Volt-Anschluss so einiges stöpseln, was der Selbstversorger auf Reisen alles braucht.

Dazu kommt aus der Abteilung Infotainment viel Technik für den Sound: Es gibt Adapter für MP3-Player und Digitalradio und jede Menge Ladegeräte bis hin zum Spannungswandler mit 220-Volt-Anschluss. Doch egal, was man mit der 12-Volt-Steckdose betreibt: Etwas Vorsicht ist angebracht, sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigen-Organisation KÜS. So muss man während der Fahrt darauf achten, dass die Accessoires nicht die Sicht blockieren, den Fahrer nicht ablenken oder behindern und bei einem Ausweich- oder Bremsmanöver nicht zum gefährlichen Geschoss werden. Und wenn man das Zubehör im Stehen nutzt, muss man immer die Batteriekapazität im Hinterkopf haben.

Kleingeräte mit einer Leistungsaufnahme von wenigen Watt könne man bedenkenlos betreiben. Doch Kaffeemaschinen, Sauger, Luftpumpen und Ladegeräte nutzt man besser nur mit laufendem Motor. Und so breit das Angebot an Zubehör auch ist: Marmit sieht für den 12-Volt-Anschluss inzwischen heftige Konkurrenz, die im Auto souverän ihren Dienst leistet: die USB-Schnittstelle. Weil diese noch viel universeller und inzwischen weiter verbreitet ist, gibt es für sie aus der Elektronikwelt sogar noch mehr Zubehör. Selbst Raucher können die USB-Schnittstelle gut nutzen – als Ladebuchse für ihre E-Zigaretten.