Soziale Kompetenzen

Wie die Arbeit in Kleingruppen gelingt – in Meetings und auf dem Mars

Karin Schickinger

Von Karin Schickinger

Mo, 23. September 2019 um 18:44 Uhr

Beruf & Karriere

BZ-Plus Gelobt sei, wer Brücken bauen kann: Wissenschaftler untersuchen, wie Kleingruppen funktionieren und wie Konflikte vermieden werden können. Dabei ist vor allem die Kommunikation entscheidend.

Der Fall Apollonia ist in die Kriminalgeschichte eingegangen. 1981 brechen sechs Menschen mit einer Segelyacht von Gran Canaria in Richtung Karibik auf. Als das Schiff auf Barbados ankommt, sind zwei Crewmitglieder tot, eines ist schwer verletzt. Der Fall gilt als ein Paradebeispiel dafür, wie in einer kleinen Gruppe von Menschen, abgeschnitten vom Rest der Welt, Konflikte eskalieren können. Im Gerichtsprozess ein Jahr danach ist die Rede von der besonderen gruppendynamischen Situation an Bord, von der Unausweichlichkeit der Ereignisse, vor allem aber von der klaustrophobischen Enge.

Klaustrophobische Enge in der Unendlichkeit des Meeres?
Für diesen Widerspruch interessiert sich eine ganz besondere Gruppe von Wissenschaftlern: die Isolationsforscher. Wenn schon ein paar Hobbysegler nach ein, zwei Wochen auf einander losgehen, was passiert dann mit Astronautinnen und Astronauten auf dem langen Flug zum Mars und den Monaten danach in der Bodenstation? Acht Monate, ein Jahr oder gar 500 Tage dieselben Gesichter, dieselben Sprüche, dieselben Macken – wie ist das auszuhalten?

Hanns-Christian Gunga ist Experte für Weltraummedizin und extreme Umwelten am Zentrum für Weltraummedizin der Charité in Berlin. Seit Jahren wertet er Studien über gruppendynamische Prozesse in Extremsituationen aus. Dazu gehören etwa simulierte Raumfahrtmissionen in Tauchkammern oder Forschungsstationen in der Antarktis, wo ...

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