Der Mensch als Schöpfer

Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Von Hinnerk Feldwisch-Drentrup

Sa, 17. November 2012

Bildung & Wissen

Synthetische Biologen basteln im Labor ihre eigenen Lebewesen. Muss sie die Welt deshalb fürchten? / .

Es sollte nicht nur eine wissenschaftliche Sensation werden, sondern auch ein Paukenschlag für die breite Öffentlichkeit. Als der amerikanische Biochemiker Craig Venter im Mai 2010 im Wissenschaftsmagazin Science verkündete, er habe ein Bakterium mit künstlich erzeugter Erbinformation hergestellt, wählte er den Titel des Artikels mit Bedacht. Statt von Klonierung zu sprechen, wie es eigentlich wissenschaftlich korrekt gewesen wäre, sprach er von "Creation". Und inszenierte sich damit als Schöpfer von Leben.

Doch selbst der Vatikan reagierte auf diese großspurige Provokation besonnen. Denn statt selbst Gott zu spielen, war es Venter nur gelungen, das Vorbild der Natur zu kopieren. Der Wissenschaftler hatte den kompletten genetischen Code eines einfachen Bakteriums mittels künstlicher DNA-Buchstaben ab- und umgeschrieben. Dieses synthetische Erbgut pflanzte er nun einem weiteren, seiner Gene zuvor beraubtem Bakterium ein – das die stressvolle Prozedur nicht ...

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