Gentechnik mit Turbo

Juliette Irmer

Von Juliette Irmer

Sa, 02. November 2019

Bildung & Wissen

BZ-Plus "Gene Drives" soll Krankheitsüberträger und Schädlinge gezielt auslöschen. Doch Erfolge sind bislang rar /.

D ie Idee ist bestechend einfach: Malaria wird am wirksamsten bekämpft, indem man die Mücken dezimiert, die die Krankheit übertragen – allerdings nicht durch den Einsatz von Insektiziden, sondern durch einen gezielten Geneingriff, der die Populationen steril macht.

Einen ersten Feldversuch haben Wissenschaftler in diesem Sommer in Burkina Faso (Westafrika) gestartet. Sie setzten 6400 genetisch veränderte Mücken frei. Organisiert wurde die Aktion von "Target Malaria", einem internationalen Forschungskonsortium, das Malaria mithilfe von sogenannten Gene Drives besiegen möchte. Bei dem Testlauf ging es nur darum, erste praktische Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, wie sich die Labor-Mücken in der Wildnis verhalten und verbreiten. Denn die Mückenmännchen wurden genetisch zwar so verändert, dass sie steril sind – einen Gene Drive aber, der alle Mückennachkommen steril machen würde, tragen sie nicht. Diese Form der Gentechnologie ist unter Wissenschaftler umstritten und wurde bislang noch nie im Freiland getestet – der Vorversuch in Afrika zeigt aber, dass das Verfahren Fortschritte macht.

Beim Gene Drive wird die Vererbung einer bestimmten Eigenschaft gentechnisch beschleunigt. Der zugrundeliegende Mechanismus existiert auch in der Natur und kann im Labor nachgebaut werden. Dabei statten Biologen ein Stück DNA, das eine bestimmte Eigenschaft trägt, so aus, dass es ...

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